Mann spaziert im Frühling in Berlin. Foto: dpap

Tagesspiegel-KritikerInnen empfehlen Die besten CDs im Frühjahr

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Ein Klavier, das immer das letzte Wort hat, hypnotischer Afrobeat, Volldampf-Discopop und ein Geiger auf Zickzack-Kurs gen Osten: 56 Alben für strahlende Tage und melancholische Vollmondnächte.

Ulrich Amling. Foto: Doris Spiekermann-Klaasp

Mein Favorit
Grigory Sokolov: The Salzburg Recital (Deutsche Grammophon)

Denen, die seine Konzerte besuchen, gilt der scheue Sokolov längst als größter Pianist unserer Zeit. Nun hat er den Mitschnitt eines triumphalen Abends von 2008 als CD zugelassen. Ein Doppelalbum von Rameau bis Scriabin, das sprachlos macht.

Der Newcomer
Sinkovsky plays & sings Vivaldi

Wenn man nicht alles selber macht: Dmitry Sinkovsky dirigiert sein eigenes Ensemble, spielt Violine und übernimmt auch noch die Countertenor- Partien auf dieser frischen und kenntnisreichen Vivaldi-CD.
Dmitry Sinkovsky, La voce strumentale (Naive)

Das Groovt
Tschaikowsky: 1. Klavierkonzert

Ein Paradestück, erstmals in der von Tschaikowsky selbst aufgeführten Version eingespielt – klar und vibrierend. Dazu das 2. Klavierkonzert von Prokofjew. Ein pralles Doppelpack.
Kirill Gerstein, DSO Berlin, James Gaffigan (Myrios Classics)

Zum Weghören
Valentina Lisitsa plays Philip Glass (Decca)

Als YouTube-Pianistin erspielte sie sich ein großes Publikum. Jetzt legt Valentina Lisitsa ein Glass-Doppelalbum nach. Dabei begeht sie den Fehler, dessen Werke mit romantischem Ausdruck spielen zu wollen. Und dann wird’s einfach nur Kitsch.

Meine Rettung
Schumann: Violinkonzert, 3. Trio

Herrlicher Auftakt für eine kleine Reihe mit allen Konzerten und Trios Schumanns. Hier sind Herzblut-Interpreten am Werk.
Isabel Faust, Jean-Guihen Queyras, Alexander Melnikov, Freiburger Barockorchester, Pablo Heras-Casado (Harmonia Mundi)

Zur Entspannung
Schubert

Schuberts Lieder und Kammermusik neu instrumentiert – mit ganz viel Harfe. Die kanadische Geigerin Lara St. John hat mit Berliner Musikerfreunden ein wunderbar schwebendes Album eingespielt.
Marie-Pierre Langlament, Anna Prohaska, Ludwig Quandt, Lara St. John (Ancalagon)

Mein Klassiker
Beethoven: 9. Symphonie

Drei Monate vor seinem Tod 1954 dirigiert Furtwängler in Luzern zum letzten Mal Beethovens Neunte: wild, tief, herzzerreißend. Detailreich nach den Originalbändern überarbeitete Aufnahme.
Solisten, Philharmonia Orchestra, Wilhelm Furtwängler (Audite)

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