Die Soulsängerin Sharon Jones, die 2016 ihrem Krebsleiden erlag. Foto: Georg Hochmuth/dpa/picture-alliance
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Sharon Jones,Charlotte Gainsbourg,Bob Seger,Morrissey Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

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Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/-innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Sharon Jones & The Dap Kings, Charlotte Gainsbourg, Bob Seger und Morrissey.

Sharon Jones & The Dap Kings: Soul Of A Woman (Daptone)

Nachdem bereits „Give the People What They Want“ unter dem Eindruck einer ersten Krebsdiagnose entstanden war, hatte sich die Soulsängern ein letztes Mal todkrank mit den Dap Kings ins Studio begeben. „Soul Of A Woman“ ist das Vermächtnis einer großen Kämpferin, die am Ende ihres Lebens verdient zur vielleicht letzten Ikone des klassischen Soul wurde. Torsten Groß, Moderator

Charlotte Gainsbourg: Rest (Warner)

Kratzende Synthies, hohe Orgeltöne und dazu ein Gesang wie ein lilakaltes Hauchen. „Rest“ heißt Charlotte Gainsbourgs erstes Studioalbum nach acht Jahren. Es ist so betörender wie auch unheimlicher Elektropop. Ein zwischen Tanzen („Deadly Valentine“) und Zittern („Kate“, „I’m A Lie“) changierendes Requiem für Gainsbourgs 2013 verstorbene Schwester Kate Barry – und eine Beichte ihrer dunkelsten Gefühle. Julia Friese, Die Welt

Bob Seger: I Knew You When (Universal)

Den 72-jährigen Detroit-Rocker Bob Seger wähnte man eigentlich im Ruhestand. 2014 kehrte er nach langer Pause mit einem engagierten Album zurück, das ihm seine höchste Charts-Position in 60 Jahren Karriere bescherte. Mit Wehmut und Wut reagiert er nun auf den angespannten Zeitgeist und widmet das Album seinem verstorbenen Protegé Glenn Frey. Andreas Borcholte, Spiegel Online

Gute Laune. Der Rockmusiker Bob Seger 2012 bei der Grammy-Verleihung. Foto: Paul Buck / dpa / picture-alliance
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Morrissey: Low In High School (BMG)

Was mutet dieser Mann seinen Fans zu? Als böte das Leben nicht schon genug Grund zum Verzweifeln, verkauzt der geliebte Chef-Zweifler Morrissey im Alter zunehmend zum grantigen, peinlichen Onkel. Auf „Low In High School“ wütet er gegen Mainstreammedien wie Machteliten und huldigt Verschwörungstheorien. Tut richtig weh. Bestes Mittel, um den Schmerz auszuhalten: Smiths-Platten hören. Sebastian Leber, Tagesspiegel

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