Kriegsreporterin und Schriftstellerin. Åsne Seierstad. Foto: Kagge/Sturlason/Kein & Aber
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Leipziger Buchpreis Åsne Seierstad - die Wahrheitssucherin

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Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2018: Die norwegische Schriftstellerin und Journalistin Åsne Seierstad wird für ihr Buch über Breivik geehrt.

Die norwegische Schriftstellerin und Journalistin Åsne Seierstad erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2018. Sie wird für ihren Roman „Einer von uns. Die Geschichte eines Massenmörders“ ausgezeichnet. Darin setzt sich Seierstad mit den Taten ihres Landsmannes Anders Behring Breivik auseinander. 2011 tötete er in Oslo bei einem Terroranschlag und auf der Insel Uttoya 77 Menschen.

Das im Original 2013 erschienene Werk kam im vergangenen Jahr im Zürcher Verlag Kein & Aber auch auf Deutsch heraus. „Entstanden ist ein dokumentarischer Roman, der erhellend auf der Grenze zwischen Bericht und Erzählung, zwischen Faktischem und Vorstellungskraft balanciert und einen gewaltigen Sog entwickelt“, heißt es in der Begründung der Jury. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird Åsne Seierstad anlässlich der Eröffnung der Leipziger Buchmesse am 14. März 2018 im Gewandhaus verliehen.

Seierstad, geboren 1970 in Oslo, arbeitete als Korrespondentin und Kriegsberichterstatterin für verschiedene internationale Zeitungen. Als Sachbuchautorin debütierte sie 2000 mit Porträts aus Serbien. Ein Welterfolg wurde zwei Jahre später „Der Buchhändler aus Kabul“, das Porträt einer afghanischen Familie, in der sie fünf Monate lang gewohnt hatte. Allerdings entstand um das Buch auch eine rege, nicht zuletzt mit juristischen Mitteln geführte Debatte, ob sie ihr Gastrecht missbraucht und ihren Protagonisten allzu Privates abgelauscht und untergeschoben habe.

Auf Deutsch ist bei Kein & Aber soeben ihr jüngstes Werk „Zwei Schwestern – Im Bann des Dschihad“ erschienen, das 2016 in Norwegen zum Sachbuch des Jahres gewählt wurde. Es erzählt die Geschichte von Ayan und Leila, zwei norwegischen Schwestern, die nach der Schule nicht nach Hause kommen. Sie schicken den Eltern eine Mail, dass sich in Syrien dem Islamischen Staat anschließen wollen. Zu Anfang des Jahrtausends berichtete Seierstad auch für den "Tagesspiegel" aus Bagdad. Tsp

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