Goldie Hawn Foto: dpa
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Goldie Hawn wird 70 Vogel, Goldfisch, Teufelin

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Sie gibt gerne die alberne Blondine und bekam schon 1970 einen Oscar dafür. Jetzt feiert Goldie Hawn tatsächlich schon ihren Siebzigsten

Gedächtnisverlust hat Vorteile. Man kann ein neues Leben beginnen. So ergeht es Goldie Hawn im Film „Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser“. Als Luxusweibchen stöckelt sie eines Nachts auf der Suche nach ihrem Ehering über das Deck ihrer Jacht und stürzt ins offene Meer.

Als sie von der Mannschaft eines Müllschiffes – einer von ihnen ist ein singender Müllmann – gerettet wird, kann sie sich an nichts mehr erinnern. Ihr Ehemann ist froh, sie los zu sein, stattdessen behauptet ein proletenhafter Tischler, mit ihr verheiratet zu sein. Sie versichert, „den Typen“ nicht zu kennen, und beschimpft ihn als „Neandertaler“. Natürlich wird aus ihnen ein Liebespaar.

Den Tischler spielt praktischerweise Kurt Russell, der damals – „Overboard“ stammt von 1987 – bereits Goldie Hawns Lebensgefährte war. Hawn muss in einigen Szenen sackförmige Anstaltskleidung tragen, ihre überaus blonde Big-Hair-Frisur erweist sich als robust und wasserfest. Locker überstrahlt sie damit Russel, seine Vokuhila-Haare und die verschwitzten Muscle Shirts. Die achtziger Jahre waren, man hat das fast vergessen, modisch die Hölle. Goldie Hawn, die am 21. November 1945 in Washington, D.C., geboren wurde, hat ein Vierteljahrhundert lang das Genre der erotisch aufgeladenen Screwball-Komödie beherrscht. Die Tochter eines Musikers war die Nachfolgerin von Kolleginnen wie Jean Harlow oder Marilyn Monroe.

Ihr Aufstieg begann genretypisch mit einer Broadway-Verfilmung. In „Die Kaktusblüte“, geschrieben vom Billy-Wilder- Adlatus I. A. L. Diamond, spielt sie eine Zahnarztgeliebte, die in einem Beziehungsdreieck mit Walter Matthau und Ingrid Bergman gefangen ist. Als sie dafür 1970 den Oscar bekommt, ist sie eine der jüngsten Preisträgerinnen.

"Du kannst das Ergebnis nicht kontrollieren"

"Du musst Leidenschaft haben für das, was du tust. Du kannst das Ergebnis nicht kontrollieren, aber auf dem Weg dorthin musst du dein Bestes geben“, lautet ihr Credo. Mit Steven Spielberg hat Hawn den Auf-der-Flucht-Thriller „Sugarland Express“ gedreht, mit Warren Beatty die Politgroteske „Shampoo“, mit Mel Gibson die Actionkomödie „Ein Vogel auf dem Drahtseil“.

Für die Rache-Komödie „Der Club der Teufelinnen“ verzichtete sie mit Diane Keaton und Bette Middler auf Teile der Gage, damit der Film überhaupt produziert werden konnte: „Der Film machte einen Haufen Geld, wir waren auf dem Cover des ,Time‘-Magazins.“ Dann bot ihnen das Studio eine Fortsetzung an – zu gleichen Bedingungen. Eine niederschmetternde Offerte. Goldie Hawn, die sich gerne für die „ditzy blonde“, alberne Blondine, hergibt, feiert heute unglaublicherweise ihren 70. Geburtstag.

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