Immer noch umstritten. Der Blick auf das Humboldt Forum mit dem dahinter zu sehenden Kreuz des Berliner Doms. Foto: Jörg Carstensen/dpap

Diskussion ums Humboldt-Forum Klaus Lederer warnt vor „Desaster“

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Berlins Kultursenator Klaus Lederer fordert einen „diskursiven Neuanfang“ zu dem im rekonstruierten Stadtschloss geplanten Humboldt-Forum.

Die Baustelle nimmt mehr und mehr Form an, die Dinge sind entschieden, aber die Grundsatzdiskussion reißt nicht ab. Jetzt hat sich Berlins Kultursenator Klaus Lederer zu Wort gemeldet. Er warnt vor einem „Desaster“ beim Humboldt-Forum. Die rekonstruierte Preußen-Residenz sei die „Kopie eines vordemokratischen Gebäudes“, sagte der Politiker der Linken der „Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten“. Lederer führt in dem Interview aus: „Wenn wir wollen, dass es kein Völkerkundemuseum alter Schule wird, dann brauchen wir Formen, die den in der Schlosskopie als Hülle angelegten Widerspruch nicht zum Desaster gereichen lassen, sondern produktiv machen.“ Er fordert einen „diskursiven Neuanfang“ zu dem im Schloss geplanten Kultur- und Museumszentrum. Die Verantwortlichen müssten aufhören, sich die Verhältnisse schönzureden.

Damit sind die Gründungsintenanten Neil MacGregor, Horst Bredekamp und Hermann Parzinger gemeint. Sie bereiten den Umzug der Dahlemer außereuropäichen Sammlungen ins Humboldt-Forum und ihre neue Präsentation vor. Lederer hat damit nichts zu tun. Denn das Land Berlin bekommt im Humboldt-Forum eine eigene Ausstellungsfläche zur Darstellung der Geistesgeschichte der Stadt.

Mehr als pure Rekonstruktion

Lederer wiederholt seine Kritik am Wiederaufbau der historischen Kuppel auf dem Schlossneubau: „Ich bleibe dabei, dass das Kreuz auf einem Profanbau nichts zu suchen hat, auch wenn es mal eines auf dem Schloss gab. Früher saß da mal ein Kaiser drin, der ist da jetzt auch nicht mehr. Wichtiger ist die Frage, wie man das Schlossareal nun so entwickelt, dass nicht Stück für Stück die alte wilhelminische Hauptstadt entsteht, sondern eine lebendige Mitte der Stadt, in der man in 20 oder 30 Jahren mehr als pure Rekonstruktion erleben kann.“ Da müssen nach Lederers Ansicht noch viele Debatten geführt werden. Tsp

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