Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters, wird seinen Vertrag wohl bis 2022 verlängern. Foto: Jens Kalaene/dpap

Deutsches Theater Berlin Intendant Ulrich Khuon verlängert DT-Vertrag

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Jetzt ist es offiziell: Ulrich Khuon wird das Deutsche Theater bis 2022 führen. Die nächste Spielzeit steht unter dem Motto "Welche Zukunft?!"

Der Intendant des Deutschen Theaters Berlin, Ulrich Khuon, verlängert seinen Vertrag um drei weitere Spielzeiten bis 2022. Dies gab die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa am Dienstag bekannt. "Ich bin glücklich, mit einem großartigen Team hier weiterarbeiten zu dürfen. Mehr denn je lohnt es sich, mithilfe der Kunst öffentliche Räume zu gestalten, die Sprachlosigkeit, die in unserer Gesellschaft wächst, zu überwinden und gegen jede Art von diktatorischer Willkür aufzustehen", so Ulrich Khuon. Das Ensemble und die Mitarbeiter des Deutschen Theaters Berlin gratulierten herzlich.

Khuon gab auch die Pläne des DT für die nächste Saison bekannt: Das Motto der Spielzeit 2017/18 lautet "Welche Zukunft?!", angekündigt sind Premieren und Uraufführungen nach Texten von Sinclair Lewis, Valerie Solanas, Thomas Melle, Elfriede Jelinek, Roland Schimmelpfennig u. a. "Wir wollen aus der Gegenwart heraus, die wiederum von der Vergangenheit durchdrungen ist, Fragen stellen, Perspektiven verhandeln: Wie können wir welche Zukunft gestalten? Wie könnte eine Zukunft aussehen oder welche Zukunft wollen wir?", so Intendant Khuon.


Filmemacher am DT: Veiel, Brüggemann und Praunheim inszenieren

Den Anfang macht am 16. September das offene Labor "Welche Zukunft?!" von Regisseur Andres Veiel. Auf dem Spielplan stehen unter anderem die Premiere von "It can´t happen here" nach Sinclair Lewis' Roman (Regie: Christopher Rüping, 20. September), Kafkas "Amerika" (Regie: Dušan David Pařízek, 27. September), "Feminista, Baby!" nach dem Manifest von Valerie Solanas (Regie: Tom Kühnel und Jürgen Kuttner, 20. Oktober), "Der Hauptmann von Köpenick" in einer Bearbeitung von Armin Petras (Regie: Jan Bosse, 21. Dezember), "Ulysses" nach James Joyce (Regie: Sebastian Hartmann, 19. Januar 2018), "Am Königsweg" von Elfriede Jelinek (Regie: Stephan Kimmig, 28. April 2018) geplant. Und Daniela Löffner wird Gorkis "Sommergäste" inszenieren (23. Februar 2018).
Erstmals werden zudem die Filmemacher Dietrich Brüggemann (Kreuzweg) und Rosa von Praunheim eigene Texte auf die Bühne bringen. Thomas Melle und Roland Schimmelpfennig haben Auftragswerke verfasst, die am 17. November und am 12. Januar uraufgeführt werden.

Achse Moskau - Berlin: Geplant ist ein Austausch mit dem Gogol Center

Ein Austauschprogramm ist mit dem Moskauer Gogol Center geplant, mit jeweils vier Gastspielen. Der Intendant des Moskauer Gogol Center, Kirill Serebrennikov, der sich in Deutschland bisher als Opernregisseur einen Namen gemacht hat, wird mit zwei seiner preisgekrönten Regiearbeiten Kafka und Maschine Müller am DT gastieren, das wiederum mit Berlin Alexanderplatz und Marat/Sade nach Moskau reist.Serebrennikov wird außerdem am DT Boccaccios Decamerone Regie führen. Der russische Regisseur und Bühnenbildner, der auch als Filmemacher einen Namen hat, sieht sich immer wieder politischen Repressionen ausgesetzt. Erst kürzlich wurde seine Wohnung durchsucht. Die Komische Oper Berlin, an der Serebrennikov ebenfalls inszeniert, äußerte sich besorgt.

Die Verhandlungen mit Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) seien erfreulich gewesen, sagte Ulrich Khuon der "Berliner Zeitung". Es habe ein gegenseitiges Interesse an der Vertragsverlängerung bestanden. Und warum "nur" drei Jahre? „Jetzt fühle ich mich gut, gesund, kräftig und voller Lust, aber das kann sich schnell ändern," so Khuon. "Deswegen verlängere ich erst einmal nur um drei Jahre.“ Der 66-Jährige ist auch als Präsident des Deutschen Bühnenvereins tätig. (Tsp)

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