Garrett Børns war einst Zauberer, jetzt macht er schwelgerische Popmusik. Foto: Chuck Grant / Universal
p

Børns, Haiyti, BRMC, Feine Sahne Fischfilet Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

0 Kommentare

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/-innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Børns, Haiyti, Black Rebel Motorcycle Club und Feine Sahne Fischfilet.

Børns: Blue Madonna (Universal)

Der amerikanische Musiker Garrett Børns hat früher als Zauberkünstler gearbeitet, als ein solcher gebärdet er sich auch auf seinem zweiten Album. Im Vergleich zu „Dopamine“, dem Debüt von 2015, hat Børns seinen eklektischen Entwurf präzisiert und zu einer schwelgerischen Pop-Melange verdichtet. Allerdings: Wer die Reduktion liebt, bekommt hier Probleme mit dem Blutzuckerspiegel. Torsten Groß, Moderator

Haiyti: Montenegro Zero (Universal)

Wenn Ronja Zschoche alias Haiyti, Hamburger Kunststudentin mit Street Credibility, zu tropisch-buntem Pop und den unvermeidlichen Trapbeats ihre Rhymes in die Welt kräht, drehen alle durch. Verständlich, denn Haiytis Sound ist immer: zwingend, keiner Tradition verpflichtet, zugleich über- und unterkomplex. Also alles, was Pop oft nicht ist. Julia Lorenz, Musikjournalistin

Black Rebel Motorcycle Club: Wrong Creatures (PIAS)

Gegen den Zeitgeist und alle musikalischen Entwicklungen der letzten Jahre erweist sich der BRMC als überaus resistent. Während die meisten anderen The-Bands der frühen 2000er Jahre vergessen sind, veröffentlicht die Band aus San Francisco Album um Album, füllt mühelos größere Hallen. Große stilistische Abweichungen vom Trademark-Sound? Eher nicht. Philipp Köster, 11 Freunde

Feine Sahne Fischfilet: Sturm & Dreck (Audiolith)

„Wir haben Bock auf Stress und jede Menge Hass“, singt Jan Gorkow und untermauert auf dem dritten Album seiner Band, dass sie nichts von ihrem radikalen Gestus verloren hat. Die Songs sind sogar explosiver als 2012, als die sechs Rostocker sich ihren guten Ruf im Widerstand gegen Nazis, vom Verfassungsschutz beobachtet, zu erwerben begannen. Kai Müller, Tagesspiegel

Zur Startseite