Gesund werden Raus aus dem dunklen Grau

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Altersdepressionen sind häufig - und schnelle ärztliche Hilfe wichtig. Denn wer sich zu Hause verkriecht, leidet länger.

Jeder hat mal schlechte Tage. Tage, an denen man bedrückt ist, lust- und antriebslos, an denen man hadert, mit sich, dem Leben, der Welt. Oft haben solche Stimmungslagen einen konkreten Anlass. Und meist vergehen sie nach einer Weile von allein: Eines Morgens sieht die Welt wieder viel freundlicher aus, sind die Tage wieder gut. Doch manchmal bleiben die Tage schlecht, die Welt grau. Als hätten sich negative Gefühle wie dunkle Wolken vor die Sonne geschoben. Und weit und breit scheint kein Wind in Sicht, sie zu vertreiben.

Depressionen sind eine der häufigsten psychischen Krankheiten und können jeden treffen - unabhängig von Beruf, Alter und Herkunft. Jeder fünfte Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens daran. Dies kann natürlich auch in einem höheren Alter geschehen: Rund jeder zehnte über 65-Jährige durchlebt solche Phasen grüblerischer Niedergeschlagenheit, andauernder Freud- und Hoffnungslosigkeit, die die Krankheit mit sich bringt. Nach der Demenz ist die „Altersdepression“ die zweithäufigste psychiatrische Erkrankung bei Menschen im höheren Lebensalter. Sehr häufig tritt sie auch zusammen mit einer Demenz auf: Rund jeder dritte Mensch mit einer beginnenden Demenz zeigt auch Anzeichen einer Depression.

„Eine Altersdepression unterscheidet sich in den einzelnen Symptomen nicht von einer Depression im jüngeren Lebensalter“, sagt Frank Godemann, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und verhaltenstherapeutische Medizin am Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Weißensee. Allerdings seien beispielsweise Antriebs- und Freudlosigkeit bei älteren Patienten häufig ausgeprägter - und würden dann auch länger anhalten: Während eine durchschnittliche depressive Episode bei jüngeren Menschen sechs Monate dauere, seien es bei älteren Menschen durchschnittlich zwölf Monate. Warum das so ist, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise liegt es jedoch daran, dass sich negative Denkstrukturen mit den Jahren verfestigt haben - und das Gehirn im Alter zudem weniger offen für Veränderungen ist, weniger flexibel reagiert.

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