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  • St. Denis im Blick. Die deutschen Nationalspieler um Toni Kroos wollen nach dem WM-Sieg 2014 nun auch Europameister werden. Foto: dpa/Dedert

    St. Denis im Blick. Die deutschen Nationalspieler um Toni Kroos wollen nach dem WM-Sieg 2014 nun auch Europameister werden.

    Foto: dpa/Dedert
  • 1 Manuel Neuer (FC Bayern München, 30 Jahre/65 Länderspiele/0 Tore): Bester Torhüter der Welt, Erfinder des Reklamierarms, Schrecken aller algerischen Stürmer (die bei der EM leider nicht dabei sind) und letzter Libero der Fußballgeschichte. Neuer ist – historisch betrachtet – Sepp Maier und Franz Beckenbauer in einer Person. Sein Torwartspiel hat Hand und Fuß und ist weltweit stilbildend. Freut sich schon auf konternde Ukrainer, Polen und Nordiren, denen er an der Mittellinie den Ball vom Fuß grätschen kann.

    Foto: dpa
  • 2 Shkodran Mustafi (FC Valencia, 24/10/0): Kann als Innenverteidiger sowohl Dreier- als auch Viererkette spielen. Ist auch schon als rechter Außenverteidiger zum Einsatz gekommen. Ob er es kann – darüber gehen die Meinungen seit der WM auseinander. Hat in den Testspielen keine Minute auf dem Platz gestanden, ist daher trotz Rüdigers Ausfall aussichtsreicher Anwärter für die Rubrik „Europameister ohne Einsatz“.

    Foto: dpa
  • 3 Jonas Hector (1. FC Köln, 26/14/1): Der doppelte Sonderling im deutschen Kader: Hat nie ein Nachwuchsleistungszentrum von innen gesehen und ist der einzige richtige Außenverteidiger in Löws Aufgebot. Paradoxerweise hat Hector beim 1. FC Köln in dieser Saison häufiger im defensiven Mittelfeld gespielt. Normalerweise ist es umgekehrt (siehe Emre Can, Joshua Kimmich). Wird von Joachim Löw definitiv deutlich mehr geschätzt als der Dortmunder Marcel Schmelzer, der in einem Nachwuchsleistungszentrum ausgebildet wurde.

    Foto: dpa
  • 4 Benedikt Höwedes (FC Schalke 04, 28/34/2): Hat eindeutig die schönere Frisur als Dani Alves vom FC Barcelona, kann dafür nicht so gut flanken wie der Brasilianer und wird es – nach eigener Einschätzung – auch nicht mehr lernen. Könnte trotzdem bei der EM einen Stammplatz in der rechten Außenverteidigung zugewiesen bekommen. Das wäre für den Innenverteidiger des FC Schalke 04 ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zur WM 2014. Da musste der Rechtsfuß in allen sieben Spielen als linker Außenverteidiger ran.

    Foto: dpa
  • 5 Mats Hummels (Borussia Dortmund, 27/46/4): Der größte Optimist im deutschen Kader. Verpasst wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade auf jeden Fall das erste Spiel, wahrscheinlich das zweite und vielleicht sogar das dritte. Glaubt, dass es danach trotzdem noch genügend Einsatzmöglichkeiten für ihn geben wird. Im Idealfall vier. Gut zu wissen, weil Hummels nicht nur verteidigen, sondern auch ein Viertelfinale mit einem Kopfballtor entscheiden kann.

    Foto: dpa
  • 6 Sami Khedira (Juventus Turin, 29/60/5): Buhlt mit Bastian Schweinsteiger um den Titel „Schmerzensmann der Nation“. Fühlt sich deutlich fitter als vor zwei Jahren (tut Schweinsteiger allerdings auch) und hat bei Juventus Turin die Wertschätzung gefunden, die ihm bei Real Madrid auf den letzten Metern verwehrt wurde. Hat den Anspruch an sich, wichtig für die Mannschaft zu sein. Sieht diesmal ganz gut aus.

    Foto: AFP
  • 7 Bastian Schweinsteiger (Manchester United, 31/115/23): Sah bei seinem ersten Training in der Vorbereitung so aus, als wollte er demnächst mit Tim Wiese in den Ring steigen. Sieht seine Zukunft aber weiterhin auf dem Fußballplatz. Wann bei der EM Schweinsteigers Zukunft beginnt, ist noch fraglich. Die Gegenwart heißt: fit werden und Spielrhythmus finden.

    Foto: dpa
  • 8 Mesut Özil (FC Arsenal, 27/73/19): Hat seit der WM 2010 als einziger deutscher Spieler in allen Turnierspielen auf dem Platz gestanden. Das ist das Resultat seiner fußballerischen Qualität und der besonderen Wertschätzung durch den Bundestrainer. Hat mit Arsenal zwar wieder nicht den Meistertitel gewonnen (erwartet eigentlich auch keiner mehr), kann aber persönlich auf eine starke Saison mit 19 Vorlagen zurückblicken. Fühlt sich fit wie nie. Wirkt entschlossen wie nie.

    Foto: dpa
  • 9 André Schürrle (VfL Wolfsburg, 25/52/20): Einen wie ihn hätte man früher Ergänzungsspieler genannt. Dank der Sprachgewalt von Joachim Löw aber ist Schürrle bei der WM vor zwei Jahren zur staatlich anerkannten Spezialkraft aufgestiegen. Erzielte in Brasilien drei Jokertore und bereitete nach seiner Einwechslung im Finale auch das Siegtor von Mario Götze vor. Hat gehofft, künftig mehr zu sein, wird aber wohl wieder vornehmlich als Ergän… ähem Spezialkraft gebraucht.

    Foto: dpa
  • 10 Lukas Podolski (Galatasaray Istanbul, 31/128/48): Hat mit einem Kopfballtor das türkische Pokalfinale entschieden, ist gerade wieder Vater geworden – und kommt daher mit frischem Mut zur Nationalmannschaft. Braucht noch zwei Treffer, um deutscher EM-Rekordtorschütze zu werden. Könnte daran scheitern, dass er vornehmlich auf der Bank sitzen wird. Wird es bei der EM definitiv nicht schaffen, Lothar Matthäus (150 Länderspiele) als Rekordnationalspieler abzulösen. Spekuliert daher noch auf die WM 2018.

    Foto: dpa
  • 11 Julian Draxler (VfL Wolfsburg, 22/19/1): Wollte seiner Karriere im vergangenen Sommer einen neuen Kick geben, wechselte dann aber aus Versehen zum VfL Wolfsburg. Ist nach dem Ausfall von Marco Reus erster Anwärter auf die Position im linken offensiven Mittelfeld. Kann sich bei der EM für Vereine empfehlen, bei denen seine Karriere ab dem Sommer einen neuen Kick bekommen könnte.

    Foto: dpa
  • 12 Bernd Leno (Bayer Leverkusen, 24/1/0): Nimmt zusammen mit Marc-André ter Stegen an einem spannenden soziologischen Experiment teil: Wie schaffe ich es, im Duell mit meinem Lieblingsfeind ehrgeizig zu sein und mich zugleich sozialverträglich zu verhalten? Kommt dem deutschen Torhüterideal etwas näher als sein Konkurrent. Fliegt schöner, dafür ist er mit dem Fuß nicht ganz so stark.

    Foto: dpa
  • 13 Thomas Müller (FC Bayern München, 26/71/32): Der Anarchist. „Es wird nicht leicht sein, noch jemanden zu finden, der so merkwürdig spielt wie ich“, sagt Müller selbst. Wo er recht hat, hat er recht. Deutschlands erster Nationalspieler ohne Muskeln. Kompensiert das durch sein perfektes Gespür für Tore. Keiner hat seit seinem Länderspieldebüt mehr Tore erzielt. Vor allem hat die Nationalmannschaft noch nie verloren, wenn Müller getroffen hat.

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  • 14 Emre Can (FC Liverpool, 22/6/0): War mal defensiver Mittelfeldspieler, wurde dann von Joachim Löw zum rechten Außenverteidiger umfunktioniert. War mal rechter Außenverteidiger, wurde dann von Joachim Löw zum linken Außenverteidiger umfunktioniert. Hat das angeblich schon mal in Leverkusen gespielt. Sagt Löw. Can weiß davon nichts, wird bei der EM aber lieber als linker Außenverteidiger spielen als gar nicht.

    Foto: dpa
  • 15 Julian Weigl (Borussia Dortmund, 20/1/0): Die Passmaschine aus Bad Aibling. Hat in seiner ersten Bundesligasaison 92 Prozent seiner Anspiele zum eigenen Mann zugestellt und mit 218 Ballaktionen in einem einzigen Spiel sogar einen neuen Bundesligarekord aufgestellt. Wurde für den Fall nominiert, dass Bastian Schweinsteiger es nicht rechtzeitig in eine turniertaugliche Verfassung schafft. Besitzt daher durchaus Einsatzchancen.

    Foto: AFP
  • 16 Jonathan Tah (Bayer Leverkusen, 20/1/0): Hat nach dem Saisonende noch ein paar Sonderschichten mit einem Fitnesstrainer eingelegt, ehe er seinen Jahresurlaub angetreten hat. Ist leider einen Tag zu früh nach Florida geflogen. Musste gleich nach der Landung wieder zurück, weil er bei der Nationalmannschaft kurzfristig für den verletzten Antonio Rüdiger einspringen soll. Wird aber höchstens mittelfristig für einen EM-Einsatz infrage kommen – falls Mats Hummels länger ausfällt.

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  • 17 Jerome Boateng (FC Bayern München, 27/59/0): Brillendesigner, Turnschuhfetischist, guter Nachbar. Vor allem aber Innenverteidiger von Weltklasseformat, seitdem er nicht mehr grätscht. Spielt die schönsten 70-Meter-Pässe seit Bernd Schuster. Kaum zu glauben, dass Boateng fast die gesamte Rückrunde wegen einer Muskelverletzung ausgefallen ist. Spielpraxis wird offenbar überschätzt.

    Foto: dpa
  • 18 Toni Kroos (Real Madrid, 26/65/11): Ist unbestätigten Gerüchten zufolge doch nicht unfehlbar. Erkannte zum Beispiel den spanischen König Felipe nicht, als der vor Kurzem in Reals Kabine auftauchte – weil Felipe keine Krone trug. Kroos braucht keine Krone, um als König des deutschen Mittelfelds identifiziert zu werden: Er ist der absolute Herrscher über Raum und Ball.

    Foto: dpa
  • 19 Mario Götze (FC Bayern München, 24/52/17): Meister des Moments. Kann und will mehr sein. Mindestens ein Weltstar. Bekommt von Joachim Löw die Gelegenheit dazu, sich zu beweisen. Anders als bei Pep Guardiola und möglicherweise Carlo Ancelotti. Spielt daher bei der EM nicht nur um den Titel, sondern auch um seine Zukunft. Wo auch immer die liegen wird.

    Foto: AFP
  • 20 Leroy Sané (FC Schalke 04, 20/3/0): Der Goldjunge aus Gelsenkirchen. Verzückt Fußballliebhaber mit seiner Schnelligkeit und seiner Ballfertigkeit ebenso wie Finanzanalysten mit der für ihn im Raum stehenden Millionenablöse. Kann der deutschen Mannschaft Tiefe und Zielstrebigkeit geben – und damit André Schürrle den Rang als erste Spezialkraft streitig machen.

    Foto: dpa
  • 21 Joshua Kimmich (FC Bayern München, 21/1/0): Hat bei den Bayern im defensiven Mittelfeld gespielt (gelegentlich) und in der Innenverteidigung (oft). Wird von Joachim Löw als rechter Außenverteidiger eingeplant, obwohl er auf dieser Position eigentlich nie gespielt hat. Scheint aber keinen zu stören. Kimmich hat es in nur einem Jahr Bundesliga geschafft, dass ihm offensichtlich alles zugetraut wird.

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  • 22 Marc-André ter Stegen (FC Barcelona, 24/6/0): Ist beim FC Barcelona perfekt auf die Europameisterschaft vorbereitet worden. Saß in der Liga meistens auf der Bank. Radikaler Vertreter der Neuer’schen Torwartschule. Für den Massengeschmack sogar ein bisschen zu radikal. Wagt gerne mal ein Dribbling im eigenen Strafraum. Kann das, weil er mit dem Fuß mindestens genauso gut ist wie Neuer. Hat dafür zuletzt gravierende Schwächen bei der Handarbeit offenbart.

    Foto: dpa
  • 23 Mario Gomez (Besiktas Istanbul, 30/64/27): Wie ein Märchen aus 1001 Nacht. Hat sich in der türkischen Süperlig (europäische Fußballgüteklasse 2) aus der Krise geschossen, ist bei Besiktas Meister und Torschützenkönig geworden. Zäher Kerl, der sich als klassischer Mittelstürmer erfolgreich dem Aussterben widersetzt. Solche Typen – widerstandsfähig und wuchtig – kann auch die verspielte deutsche Nationalelf mal brauchen.

    Foto: AFP