Diese Aufnahme der Dietrich entstand 1955 bei der Eröffnung des Sahara Hotels in Las Vegas. Am Sonntag lädt das Kino Arsenal in der Potsdamer Straße zur Vorführung eines Dokumentarfilms über sie mit szenischer Lesung. Foto: Keystone/AP/dpa
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Zum 25. Todestag von Marlene Dietrich Von Kopf bis Fuß auf Ärger eingestellt

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Ein Dokumentarfilm über die Diva sorgte für viel Missmut zwischen ihr und Regisseur Maximilian Schell. Doch das Ergebnis wurde preisgekrönt und ist nun zu Marlene Dietrichs 25. Todestag wieder zu sehen.

„Alles falsch – Lächerlich! – Quatsch – Das ist doch furchtbar – Wie schrecklich kann man es noch machen“: Dies nur eine kleine Auswahl an Randbemerkungen, mit denen Marlene Dietrich in den frühen Achtzigern Script-Entwürfe zu dem geplanten Dokumentarfilm über sie kommentierte. Möchte man da als Produzent noch weitermachen? Oder nicht lieber die ganze Sache abblasen, der empörten Diva einen Strauß roter Rosen senden, dazu eine Karte, hier liege wohl ein Missverständnis über das vereinbarte Projekt vor, das man vor weiteren Verstimmungen besser in Ehren beende? Ja, könnte man – nicht aber, wenn die Schimpfende Marlene Dietrich heißt.

Es gibt viele Möglichkeiten, des an diesem Sonnabend zum 25. Mal sich jährenden Todestages der Dietrich zu gedenken. Als Verehrer ihrer Kunst könnte man erst ihr Geburtshaus in der Schöneberger Leberstraße 65 besuchen, weiter zur Potsdamer Straße 116 in Tiergarten spazieren, wo sie als Kind eine Zeitlang lebte, nebst Abstecher zum nahen Marlene-Dietrich-Platz.

Ein Besuch im Steglitzer Schlossparktheater wäre denkbar, in dem sie am 20. Januar 1922 in einer kleinen Nebenrolle ihren ersten Bühnenauftritt hatte, verbunden mit einer Gedenkminute vor dem Titania-Palast in der Schloßstraße, wo sie im Mai 1960 ebenso gefeiert wie geschmäht wurde. Schließlich wäre ihr Ehrengrab auf dem Friedhof in der Friedenauer Stubenrauchstraße zu besuchen. Dort wurde sie am 16. Mai 1992 begraben.

Noch näher kommt man ihrem Leben im Museum für Film und Fernsehen am Potsdamer Platz, in dessen Dauerausstellung Marlene Dietrich großen Raum einnimmt, wenngleich nur ein Bruchteil der im Archiv verfügbaren Memorabilien gezeigt werden kann. Und man kann am Sonntag im Kino Arsenal in einer vom Museum veranstalteten Matinee die von der Porträtierten so geschmähte, unter der Regie von Maximilian Schell doch noch zustande gekommene Dokumentation „Marlene“ sehen, nach einer Lesung des in der Vorbereitungszeit und während der Dreharbeiten geführten, weitgehend unveröffentlichten Briefwechsels zwischen Schell und Dietrich samt privater Notizen. Den Part der Schauspielerin wird Claudia Michelsen übernehmen, den Regisseur Ulrich Matthes.

Auch ein Gelegenheitsgedicht Marlene Dietrichs gehört zu den Texten, die dabei vorgetragen werden, überschrieben „Holiday from Schell“. Entstanden ist es am 3. Oktober 1982, einem offenbar drehfreien Sonntag: ein Stimmungsbericht in tiefem Grau, Schilderung eines „frustrating afternoon“, Trostlosigkeit pur.

Nein, es waren nicht für Marlene Dietrich und ganz bestimmt auch nicht für Maximilian Schell erquickliche acht Tage, als zwischen dem 28. September und dem 5. Oktober 1982 in ihrem Pariser Apartment in der Avenue Montaigne 12 die Aufnahmen für den Film entstanden. Wobei es genaugenommen nicht mal Dreharbeiten waren, nur Tonaufnahmen waren zugelassen. „Ich bin zu Tode fotografiert worden“, damit hatte Marlene Dietrich weitere Bilder von sich abgelehnt.

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