Der S-Bahnhof Wittenau ("Kremm. B.") im Jahr 1984. Nicht nur der Wagen ist scharf. Der S-Bahnhof wurde gerade für viele Jahre geschlossen, der Kiosk hat geöffnet. Foto: Jörn Hasselmannp

Berlin Meine Zeitreise mit der S-Bahn in die 80er

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Fast 30 Jahre sind die Dias alt. Die S-Bahn im West-Berlin der 80er Jahre - eine Zeitreise in eine längst vergangene Zeit.

Irgendwann vor langer Zeit war die Birne vom Diaprojektor defekt. Beim Umzug vor 15 Jahren zogen Dutzende Dia-Magazine vom Wohnzimmerregal dann auf den Hängeboden. Und wurden da vergessen – bis zu einem Nostalgieabend mit einem alten Schulfreund. Der erkannte den Wert - und er besitzt einen professionellen Scanner. Damit katapultiert er die Kleinbilddias der 80er Jahre nun nach und nach ins Online-Zeitalter. Das Scannen ist mindestens so aufwändig wie das Fotografieren, es wird noch Jahre dauern, bis alle Dias digitalisiert sind.

Was waren das für Zeiten! In West-Berlin fuhr fast keine S-Bahn, abenteuerliche Spaziergänge entlang der Gleise waren für Eisenbahnfreunde problemlos. Fast nie war ein Mensch zu sehen, ab und zu ein Fuchs. Nur selten hupte an manchen Strecken eine Güterzuglok der DDR-Reichsbahn. Schließlich unterstand die Eisenbahn im eingemauerten West-Berlin der DDR – West-Berliner Polizei durfte nicht auf Eisenbahngelände, die DDR interessierte sich nicht für die stillgelegten Strecken. An ein paar Brücken musste man Stacheldraht überwinden, zum Beispiel an der längst abgerissenen Brücke der Siemensbahn über die Spree oder an der Friedhofsbahn an der Gitterbrücke am Teltowkanal. Entstanden sind in Dutzenden Spaziergängen ungezählte Dias.

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