Aus der Zeit gefallen. Berlins Straßenbeleuchtung ist altmodisch und zu teuer, kritisiert der FDP-Politiker Marcel Luthe. Foto: imago/Uwe Steinert
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Umstellung auf LED-Technik FDP: Berlin verschleudert Millionen durch alte Straßenlaternen

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Weniger als jede zehnte Berliner Straßenlaterne ist auf energiesparende LED-Technik umgestellt. Das hat nicht nur finanzielle Folgen.

Welch ein Sparpotenzial: Berlin könnte jährlich Millionenbeträge sparen – wenn das Land die Straßenlaternen schneller auf die moderne LED-Technik umstellen würde. Nicht einmal zehn Prozent der 175.514 Leuchten haben bisher den Umstieg geschafft, teilte die Senatsverkehrsverwaltung auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Marcel Luthe mit. Und dieser fordert nun prompt, beim Umrüsten mehr Tempo zu machen.

Luthe sieht noch einen weiteren Vorteil: „Weil LED–Leuchten mehr Licht produzieren, steigt auch das Sicherheitsgefühl.“ An vielen Stellen in der Stadt lägen die Gehwege so im Dunkeln, dass sich Menschen manchmal gar nicht mehr trauten, nachts nach draußen zu gehen. Das zeigten Beschwerden, die ihn erreichten, sagte Luthe.

LED-Leuchten, die inzwischen technischer Standard seien, könnten auch gezielter zum Ausleuchten dunkler Bereiche eingesetzt werden als herkömmliche Anlagen. LED allein schaffe es aber nicht; es müssten auch insgesamt mehr Laternen installiert werden, fordert Luthe.

Der Abgeordnete hat dazu eine eigene Rechnung aufgemacht: Bezogen auf die Fläche des Bezirks gibt es demnach in Mitte die meisten Leuchten, gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg und – mit größerem Abstand – Charlottenburg-Wilmersdorf. Die wenigsten Laternen stehen nach dieser Berechnung in Treptow-Köpenick sowie in Spandau und Reinickendorf. Diese Bezirke haben allerdings auch große Waldflächen, auf denen es gar keine Laternen gibt.

Wie viele Gaslaternen bisher umgerüstet worden sind, teilte die Verwaltung nicht mit. Insgesamt gebe es noch rund 31.500 Gasleuchten, steht in der Antwort. Gegen zum Teil heftigen Widerstand waren zunächst Leuchtstofflampen in die sogenannten Reihenleuchten eingebaut worden, deren Licht bei vielen Anwohnern nicht gut ankam.

Inzwischen lässt der Senat das Gas durch die LED-Technik ersetzen, die in die historischen Leuchten eingebaut wird. Die neue LED-Leuchte brauche einen Bruchteil der Energie der alten Gasleuchte und sei in ihrer äußeren Form und mit ihrem Licht kaum von einer Gasleuchte zu unterscheiden, warb die Verkehrsverwaltung schon 2014 für das Umrüsten.

LED-Leuchten verringern den Energiebedarf drastisch: Nach Angaben des Senats von jährlich rund 4500 Kilowattstunden auf nur noch 100 Kilowattstunden je Leuchte. Und weil die neuen Leuchten wartungsärmer sind, sinken zudem die Betriebskosten um etwa 300 Euro pro Jahr.

Zu langsam erfolgt nach Luthes Ansicht auch das Umrüsten der Ampeln. Gut 54 Prozent der 2100 Anlagen sind nach Angaben des Senats auf LED-Technik umgestellt.

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