Lange wurde gebaut, bald ist sie fertig: die neue Tram im Potsdamer Norden. Foto: Andreas Klaer
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Umsteigen in Potsdam "Wie kommen wir im Winter zum Arzt?"

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In Potsdam geht die neue Tram-Linie in Betrieb - das hat Folgen für den Busverkehr: für den Norden von Potsdam - und Berlin-Spandau.

Ärger in Potsdam: Ein Stadtteil fühlt sich abgehängt. Denn mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember ist der nördlichste Potsdamer Stadtteil Groß Glienicke nicht mehr direkt mit dem Potsdamer Zentrum verbunden. Die Buslinie 638 endet am Campus Jungfernsee, wo die Fahrgäste dann in die neu gebaute Tram 96 umsteigen sollen. Die Klage: „Viele Ältere fragen sich, wie sie im Winter zum Arzt kommen“, so eine Anwohnerin. 600 Protest-Unterschriften wurden jetzt an den Oberbürgermeister übergeben. Der Stadtteil Groß Glienicke liegt am Glienicker See, direkt an der Grenze zum Berliner Ortsteil Kladow (Berlin-Spandau). Der stetig wachsende Ortsteil (4500 Einwohner) gehört seit 2003 zu Potsdam.

Der Bus 638 fährt bis zum Campus am Jungfernsee

Von den Potsdamer Verkehrsbetrieben Vip kam sogar Verständnis: „Wir können natürlich nachvollziehen, dass ein Umsteigen grundsätzlich als unangenehm empfunden wird“, allerdings könnten Bus und Tram nicht parallel fahren. Die Straßenbahn soll langfristig vom Campus am SAP-Haus zur Kaserne Krampnitz verlängert werden.

Mit der Verkürzung der Linie 638 ist auch Spandau nicht mehr direkt mit dem Potsdamer Zentrum verbunden. Bisherige Fahrzeit: 52 Minuten. Erst im Dezember 2022 soll eine neue Regionalbahn zwischen Spandau und Potsdam fahren, dann allerdings natüürlich über den Außenring.

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