Die Linke will einen Teil des Mariannenplatzes nach dem Sänger Rio Reiser benennen. Foto: dpa
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Umbenennung des Mariannenplatzes Kreuzberger Regeln und ihre feinen Ausnahmen

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Der Hofsänger der Hausbesetzer Rio Reiser gegen die Preußenprinzessin - das ist in Kreuzberg eigentlich ein Selbstläufer. Wäre da nicht die Frauenquote.

Oft sind die Linken ja die roteren Grünen, zumal in Kreuzberg, wo es für die anderen Parteien bei der Bundestagswahl nur noch zum Splitter-Status gereicht hat. Die beiden neuen Volksparteien also wetteifern gern um die feinste Ziselierung ihres weitgehend gemeinsamen Weltbildes, und deshalb gibt es bei den Grünen sicher ein paar Leute, die auch gern vorgeschlagen hätten, den Mariannenplatz, wie von der Linke-Fraktion beantragt, in „Rio-Reiser-Platz“ teilweise umzubenennen.

Ein Wink mit der Gender- Keule kann Wunder wirken

Der Hofsänger der Hausbesetzer gegen die Preußenprinzessin – das ist im Bezirk mit der Rudi-Dutschke-Straße an sich ein Selbstläufer, wäre da nicht der kleine Unterschied, dass er ein Mann war und sie eine Frau, was mit der strikten Kreuzberger Frauenquote der Straßenbeschilderung kollidiert wie ein Schneeball mit einer Supernova. Aber kein Ding, meinen die Antragsteller, Rio Reiser sei schließlich homosexuell gewesen und könne damit als Vorkämpfer für Schwulenrechte gelten, was eine Ausnahme rechtfertige. Wir sehen: Ein Wink mit der Gender- Keule kann Wunder wirken.

Und nun? Beratung, Bürgerbeteiligung, viel Palaver. Die CDU ist schon auf der Palme, hat aber nicht viel zu sagen. Dafür hat die grüne Bürgermeisterin Monika Herrmann die Idee kürzlich einen „Wahlkampfgag“ genannt. Sie neigt in letzter Zeit oft zum Realismus.

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