Wer die Impressionisten im Museum Barberini sehen wollte, musste am Wochenende viel Zeit mitbringen. Foto: Sebastian Gabsch PNNp

Tourismus in Potsdam Palais Barberini lockt mehr Gäste an als Sanssouci

Jana Haase
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Die erste Ausstellung im neuen Museum Barberini hat alle Erwartungen übertroffen – wie geht’s weiter? Geschlossen wird nur zwei Tage.

Potsdam - Warten auf Karten hieß es auch am letzten Tag der Impressionistenausstellung im Museum Barberini. Zeitfenstertickets waren schon längst nicht mehr zu haben, und so bildete sich eine Schlange vor dem Haus. Am Ende werden dann wohl 320 000 Besucher die erste Schau im neu eröffneten Palais am Potsdamer Alten Markt gesehen haben. „Wir hatten mit vielen Besuchern gerechnet, aber einen solchen Ansturm hatten wir nicht erwartet“, sagte Direktorin Ortrud Westheider zur Gesamtbesucherbilanz am gestrigen Sonntag.

Das von Potsdammäzen und SAP-Mitgründer Hasso Plattner gestiftete Museum konnte sich damit auf Anhieb als Besuchermagnet Nummer eins in Potsdam etablieren. Zum Vergleich: Schloss Sanssouci besuchten im Jahr 2016 insgesamt 331 241 Touristen, den Filmpark Babelsberg 330 000. Das Museum entstand in einem wiederaufgebauten Palais aus dem 18. Jahrhundert, in unmittelbarer Nähe des einstigen Stadtschlosses, heute Sitz des Landtages. Das Äußere des Museums wurde nach dem historischen Vorbild gestaltet, im Inneren gibt es eine hochmoderne Ausstattung.

Für die Ausstellung „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“ wurden rund 100 Gemälde aus Privatsammlungen und Museen aus aller Welt nach Potsdam geholt. Darunter waren 41 Gemälde von Claude Monet, einige zeigten seine Seerosen-Motive. Zu sehen waren auch Werke von Auguste Renoir, Alfred Sisley und Camille Pissarro.

Und wie geht es nach dem Ende der Impressionistenschau weiter? Ganz geschlossen wird das Museum Barberini zunächst nur zwei Tage: Am heutigen Montag und den Dienstag als regulären Schließtag, den es ab sofort wieder geben wird. Bereits am Mittwoch sind zumindest Teile des Museumsbaus wieder zu besichtigen – noch bis einschließlich 12. Juni jeweils zum ermäßigten Ticketpreis von vier Euro. Dafür sind sechs der insgesamt 17 Säle zu erleben. In den übrigen wird die nächste Ausstellung zur amerikanischen Moderne vorbereitet. Es bleibt bei den Öffnungszeiten von 10 bis 19 Uhr, am ersten Donnerstag im Monat jeweils verlängert bis 21 Uhr.

Etwas Monet wird im Barberini noch bis 3. Oktober bleiben: Sieben Gemälde des Malers werden ab Mittwoch gemeinsam mit den 15 Rodin-Skulpturen aus der Ausstellung „Klassiker der Moderne“ im Lelbachsaal in der Beletage zu erleben sein, sagte Mona Wischhoff. Damit erinnere man an die gemeinsame Ausstellung von Rodin und Monet im Jahr 1889.

Ebenfalls geöffnet haben die zwei Säle mit Werken von Künstlern aus der früheren DDR aus der Sammlung des Hauses. Im zweiten Obergeschoss gibt es zudem den Saal mit abstrakter Kunst aus Frankreich und den USA und den Raum zur Geschichte des Palais Barberini zu sehen. Außerdem gibt es eine Vorschau auf die kommende Ausstellung mit Informationen zur Geschichte der Phillips Collection in Washington D.C., dem 1921 eröffneten ersten Museum für Moderne Kunst in den USA. Auf Leihgaben aus der Phillips Collection beruht die nächste große Ausstellung im Museum Barberini, die vom 17. Juni bis 3. Oktober zu sehen ist: „Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne“. Ab 28. Oktober folgt dann eine Ausstellung mit dem Titel „Hinter der Maske. Künstler in der DDR“. Jana Haase (mit dpa)

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