Nachspiel. Es gibt Ärger um die US-Feier auf dem Tempelhofer Feld. Foto: Felix Herzog
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Tempelhofer Feld Aktivisten kritisieren Sperrungen für Berliner US-Party

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Veranstaltungen sollen zum Tempelhofer Feld passen, heißt es offiziell. Die Party zum Independence Day der Amerikaner passte einigen Berliner Feldfreunden nicht.

Die Feier zum Unabhängigkeitstag der USA auf dem Tempelhofer Feld ist ein gesellschaftliches Großereignis. Hier wird das transatlantische Verhältnis zelebriert, unabhängig von aktuellen diplomatischen Verstimmungen. Doch die große Open-Air-Party mit Picknick und Feuerwerk am Freitag auf der Nordseite des Feldes stieß auch auf Kritik. Die Initiative „100 Prozent Tempelhof“ twitterte, die Sperrung des nördlichen Taxiways sei „nicht im Sinne des Tempelhofer Feld-Gesetzes“, das per Volksentscheid durchgesetzt wurde.

Veranstaltungen sollen offen und gemeinnützig sein

Die Feldaktivisten stören sich vor allem an den umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen, die ohne vorherige Ankündigung durchgezogen wurden. Felix Herzog, ehemaliger Sprecher der Initiative, postete Fotos von Lkw-Barrieren am Eingang Oderstraße und einem größeren Polizeiaufgebot. Für das Feuerwerk sei erstmals der Taxiway in Beschlag genommen worden. Die Veranstaltungen auf dem Tempelhofer Feld sind in der Regel offen und gemeinnützig. „Die inhaltliche Ausrichtung von Veranstaltungen muss zum Charakter des Tempelhofer Feldes passen“, heißt es im Pflege- und Entwicklungsplan.

"Das ist ein etabliertes Format"

Zuständig für das Feld ist die Grün Berlin GmbH. Deren Geschäftsführer, Christoph Schmidt, reagierte am Sonnabend überrascht auf die Kritik. Der Independence Day sei schon mehrfach auf dem Feld gefeiert worden. Die Veranstaltung werde jedes Mal von der zuständigen Senatsverwaltung geprüft und genehmigt. „Das ist ein etabliertes Format und politisch gewollt. Bisher gab es daran keine Kritik.“

Für die Amerikaner und ihre Berliner Freunde hat das Feld immer noch eine hohe symbolische Bedeutung. Auf dem Flughafen Tempelhof unterhielten die Amerikaner bis 1994 eine wichtige Militärbasis. Die Luftbrücke während der Blockade 1948/49, die überwiegend mit Tempelhof in Verbindung gebracht wird, gehört zum Fundament der deutsch-amerikanischen Allianz.

Auch die Flüchtlingsunterkünfte sind umstritten

Die Bürgerinitiative „100 Prozent Tempelhof“ sieht sich dagegen als Wächter über den Volksentscheid von 2014. Dass derzeit Flüchtlingsunterkünfte an den Rändern des Feldes errichtet werden, lehnen viele Aktivisten ab. Das Feld dürfe nicht für Wohnzwecke oder kommerzielle Interessen genutzt werden. Die Flüchtlinge aus den Hangars sollen Mitte des Jahres in die neu errichteten Containerdörfer umziehen. Rund 1200 Plätze in vier Dörfern sind vorgesehen. Bisher wurden nur am Columbiadamm Container aufgestellt.

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