Stammbahnkunde. Der Bundestagsabgeordnete Karl- Georg Wellmann hat Ideen für einen Radschnellweg gesammelt. Foto: Stefan Jacobsp

Steglitz-Zehlendorf Südwest-CDU will Radschnellweg in Koalitionsverhandlungen durchsetzen

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Der Ideenwettbewerb für Fahrradschnellweg entlang der Stammbahn ist entschieden. Die Christdemokraten wollen den Bau in der nächsten Koalition durchsetzen.

Die Südwest-CDU hat das Radfahren entdeckt – und mag vor Begeisterung gar nicht mehr absteigen. Am Montag hatte der Steglitz-Zehlendorfer Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann zum Ortstermin eingeladen, um die von seinem Kreisverband immer wieder ins Gespräch gebrachte Idee eines Radschnellweges auf der Trasse der ehemaligen Stammbahn von Kleinmachnow bis in die City zu konkretisieren.

Gemeinsam mit lokalen Radsportlern, einer Bürgerinitiative und Stadträtin Cerstin Richter-Kotowski wurde der Abschnitt zwischen den S-Bahnhöfen Zehlendorf und Lichterfelde West befahren. Für diese 3,5 Kilometer entlang der S1 hatte Wellmann die Anwohner per Flyer zur Suche nach Alternativen aufgerufen. Denn während der Rest der Trasse seit Jahrzehnten brach liegt, wird dieser Abschnitt noch für Güterverkehr genutzt und steht deshalb auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung.

Drei brauchbare Alternativen liegen vor

Wesentliche Erkenntnis der Jury, zu der auf Bitten Wellmanns auch der Autor dieses Textes gehörte: Es geht. Von dem guten Dutzend eingereichter Vorschläge erwiesen sich vier als kurzfristig umsetzbar und drei auch als gut zu befahren. Alle verlaufen südlich der Trasse und beschreiben im Bereich um die Sundgauer Straße unterschiedliche Bögen durch die umliegenden Wohngebiete.

Die Umwege von jeweils wenigen hundert Metern wurden von der Jury für akzeptabel befunden – zumal die von anderen Teilnehmern vorgeschlagenen Alternativen direkt entlang der Trasse wegen unklarer Grundstücksfragen und fehlender Anschlüsse allenfalls als langfristige Option akzeptabel schienen.

Für die kurzfristig machbaren Varianten müssten im Wesentlichen die Hampstead- und ein Teil der Curtiusstraße asphaltiert werden. Und auf der anderen, der nördlichen Seite der Gleise gibt es zwar auf der sechs- bis achtspurigen B 1(Unter den Eichen) viel Platz, aber die Anschlüsse wären schwieriger.

Forderung nach Radschnellweg soll in Koalitionsverhandlungen

Die Einreicher der drei besten Entwürfe werden mit einer Gepäckträgertasche, einem Fahrradschloss und einem Helm belohnt. Und Wellmann gibt die weitere Marschrichtung vor: Die Forderung nach dem Radschnellweg solle in die nächsten Koalitionsverhandlungen eingehen, sofern die CDU daran beteiligt sein wird. Und dann solle die Verkehrsverwaltung „nicht erklären, warum es nicht geht, sondern prüfen, wie es geht“.

Die Behörde von Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) sieht die Idee des Bahnradweges kritisch, weil die Trasse für den Wiederaufbau der Stammbahn freigehalten werden müsse. Dieses Argument weist die CDU zurück: „Selbst wenn der Beschluss heute gefasst würde, dauert der Wiederaufbau der Stammbahn 20 bis 30 Jahre“, sagt Wellmann. Den Radweg hätte er dagegen lieber heute als morgen – schon als Signal, dass sich neuerdings auch die CDU für den Radverkehr engagiert.

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