Grün für die Flüchtlingskinder. In Marzahn haben Ehrenamtliche in einer Unterkunft einen Hofgarten angelegt. Foto: Doris Spiekermann-Klaasp

Serie: Gemeinsame Sache Die "Gemeinsame Sache" wird groß gefeiert

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Anfang September werden tausende Berliner zeigen, was ihre „Gemeinsame Sache“ ist: Angemeldet haben sich schon 220 Initiativen.

Sie stehen selten im Licht. Viel zu selten. Dabei wäre diese Stadt ohne die Menschen, die sich engagieren, weit ärmer. Zu oft aber werden die kleinen Dinge, die eine Stadt im Innersten zusammenhalten, die erst ein gedeihliches Zusammenleben ermöglichen, übersehen und sind kaum sichtbar im Alltagsleben. Die stillen Engagierten treten oft genug zurück gegenüber den Aufgeregtheiten der Politik und mancher schnelllebigen Trends, derer es in der lauten und hektischen Metropole Berlin ja nicht wenige gibt.

Die „Gemeinsame Sache“, der Aktionstag für ein schönes Berlin, würdigt diese Menschen, die sich teilweise seit vielen Jahren engagieren und stellt sie ins helle Licht. Es ist ein Festtag des Helfens in allen Ausprägungen. Denn so viele Menschen haben sich mehr Aufmerksamkeit verdient. Ihr beispielhaftes Tun will der Tagesspiegel würdigen: Denn sie sind Berlins gute Gesellschaft.

Die „Gemeinsame Sache“ soll vor allem ein „Danke“ an diese zehntausenden Berlinerinnen und Berliner ausdrücken. Wie vielfältig die ehrenamtliche und bürgerschaftliche Mithilfe ist, zeigt der Blick auf die Aktionslandkarte für die „Gemeinsame Sache“ unter www.aktionstag-für-einschoenes-berlin.de: Für die beiden Aktionstage, Freitag, dem 8. September, und Sonnabend, dem 9. September, haben sich bereits 220 Initiativen, Vereine, Unternehmen, Kirchengemeinden, Schulen oder Kitas angemeldet. Und täglich werden es mehr.

Für ein gutes Zusammenleben

Neben dem Tagesspiegel und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband als Veranstalter unterstützen soziale Träger wie das „Unions-Hilfswerk“, „Volkssolidarität“ oder „Sternfischer“ oder auch der Berliner Fußball-Verband die Aktionstage. Der Schirmherr drückt aus, was die Menschen eint. „Die Teilnahme am Aktionstag zeugt auch von gelebtem Gemeinsinn“, sagt der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD): „Denn: Mitmachen heißt, Verantwortung für ein gutes Zusammenleben in der Nachbarschaft und in unserer Stadt insgesamt zu übernehmen.“

Beim Überblick über die vielen Projekte, die sich angemeldet haben, zeigt sich, welches breites Fundament an Hilfsbereitschaft und Zuwendung in allen Bezirken existiert. Es ist ein dichter und gleichmäßiger Teppich von Initiativen zu finden in beiden früheren Stadthälften; da ist kein Auseinanderfallen mehr der Stadtgesellschaft nach Ost und West zu beobachten.

Ein Engagement so bunt wie Berlin

Hinter vielen dieser Gruppierungen steht jahrelanges, unentgeltliches Engagement. Es ist rührend, mit welch emotionaler Zuwendung sich Ehrenamtliche um Kranke oder Demente kümmern und sich bemühen, diesen Menschen etwas Gutes zu tun – und sei es durch einen unbeschwerten Tanztee-Nachmittag. Da sind Helfer, die geflüchteten Menschen den Start in ein neues Leben erleichtern. Oder Initiativen, die dafür sorgen, dass die Plätze ihres Kiezes schöner werden und aus tristen Baumscheiben blumenbunte Hingucker werden. Daneben finden sich Gruppen, die die Erinnerung an jene Berliner wach halten, die von den Nazis ermordet wurden und etwa „Stolpersteine“ setzen oder putzen.

Der Aktionstag „Gemeinsame Sache“ ist deshalb auch eine Einladung: An alle Berlinerinnen und Berliner, die Lust haben, sich ebenfalls einzubringen und anzupacken, sich aber bislang nicht zu einer Kontaktaufnahme durchringen konnten, weil sich nicht eingeladen fühlten oder möglicherweise eine Zurückweisung fürchteten. Jetzt kann man all diese Ängste vergessen. Denn alle Initiativen, die beim Aktionstag mitmachen, freuen sich über Helferinnen und Helfer und sagen: Ihr seid uns herzlich willkommen.

Für alle Helfer steigt eine Party

Übrigens: Wer hilft, der bereichert auch sein eigenes Leben. Aber Dank kann man nicht genug erhalten. Deshalb wird es auch für die Helferinnen und Helfer des Aktionstages, für die langgedienten wie die Neueinsteiger, eine Danke-Party geben. Am Sonntag, dem 17. September, laden der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Tagesspiegel in unser Verlagsgebäude am Anhalter Bahnhof. Ab 14.30 Uhr gibt es kulturelle Darbietungen, Hausführungen, Einblicke in die Zeitungsproduktion und natürlich Kaffee und Kuchen, Getränke und Gutes vom Grill.

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