Jeht klar. Der Fanclub sitzt im Oberring, Gegengerade, immer. Foto: Imagop

Schwul-lesbischer Fanclub von Hertha BSC „Wir sind Spieltag für Spieltag im Olympiastadion“

Susanne Grautmann
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Seit mehr als zehn Jahren gibt es den schwul-lesbischen Fanclub "Hertha-Junxx". Sie haben ein großes Plakat und sind gut vernetzt in der Fanszene. Im Interview spricht der Vorsitzende Gerd Eiserbeck über Hitzlsperger und Homophobie.

Herr Eiserbeck, welche Erfahrungen machen Sie als Vorsitzender des schwul-lesbischen Fanclubs „Hertha-Junxx“ im Stadion?

Im ersten Jahr nach unserer Gründung 2001 waren wir mit homophoben Anfeindungen konfrontiert. Seitdem sind wir Spieltag für Spieltag mit einem zwölf Meter großen Banner im Stadion, ohne dass es zu Vorfällen kommt. Allerdings gab es homophobe Plakataktionen gegen gegnerische Mannschaften. Wir erleben zwar einen Bewusstseinswandel in allen gesellschaftlichen Bereichen, der Fußball hinkt hier aber noch etwas hinterher. Man darf auch nicht vergessen, dass er ein Mannschaftssport ist. Das macht es für einzelne Sportler eher schwerer, sich zu outen.

Auch Hitzlspergers Berater haben ihm früher von diesem Schritt abgeraten.
Es wäre interessant zu erfahren, warum. Was würde zum Beispiel passieren, wenn ein offen homosexueller Spieler den Verein wechseln will – vielleicht nach Italien, Griechenland oder gar nach Russland? Eine andere Frage ist, wie die Sponsoren reagieren würden.  

Hitzlsperger ist der erste Ex-Nationalspieler, der sich geoutet hat. War die Homosexualität von Spielern für Sie bei Hertha schon vorher ein Thema? 
Zuletzt wollten wir tatsächlich den Spruch „Schwule Fußballer – (k)ein Wunschtraum“ auf unser Banner drucken. Wir haben aber keinen Sponsor dafür gefunden. Es stellt sich schon die Frage, wie die Hertha-Fans reagieren würden, wenn sich ein Spieler outet.

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