Renate Künast (r.) und Catherina Pieroth-Manelli zeigen auf dem Laptop, wie die Ergebnisse protokolliert werden. Foto: Laura Weigele
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Gemeinsame Sache in Tempelhof-Schöneberg 2017 Gegen den Grenzwert

Laura Weigele
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In Tempelhof-Schöneberg wünscht man sich eine saubere Stadtluft. Der Schulhof der Spreewaldgrundschule legt in puncto Sauberkeit schon mal vor.

70 Gramm schwer ist das Teil und hängt am Büro von Catherina Pieroth-Manelli, Grünen-Politikerin im Berliner Abgeordnetenhaus für Schöneberg Süd. Am Freitagvormittag enthüllte Pieroth-Manelli den Feinstaubsensor gemeinsam mit Kollegin Renate Künast. Auf der Höhe der Hauptstraße 8 soll zwei Wochen lang die Feinstaubbelastung erfasst werden. Laut Künast liegt der Grenzwert bei 40 Mikrogramm, in Berlin werden aber regelmäßig 52 Mikrogramm gemessen. Im Internet unter http://catherina-pieroth.berlin/feinstaubsensor/ sind die aktuellen Werte jederzeit sichtbar. Knapp zehn Anwohner kamen zur Enthüllung vorbei.

Mehr als nur Hofdienst

Unser Schulhof soll schöner werden. Foto: Laura Weigele
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Bis 10 Uhr mussten die Schüler der Spreewald-Grundschule in Schöneberg am Freitag die Schulbank drücken. Ab dann gab es kein Halten mehr: Alle Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse schnappten sich Besen, Rechen, Eimer und Müllzange. Mission: Den Schulhof von Müll befreien und das Laub zusammenfegen. Bei einer Fläche von circa 15.000 Quadratmeter ganz schön viel Arbeit.

Normalerweise gibt es einen Hofdienst, der zwei Mal pro Woche den Schulhof sauber hält. Doch je mehr helfende Hände, desto gründlicher wird es: Hausmeister Thorsten Eichmeier ist zufrieden mit dem Ergebnis der Aktion und die Kinder hatten viel Spaß.

Kurze Putzaktion im Kleistpark

Grün putzt den Kleistpark in Schöneberg: (v.l.n.r.) Claudia Jahnke, Heinz Jirout, Notker Schweikhardt (Abgeordneter Schöneberg Nord). Foto: Laura Weigele
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Wenig Glück hatten heute die Grünen: Sie wollten in einer zweistündigen Aktion am Freitagnachmittag den Kleistpark von Müll befreien. Es regnete, schlussendlich kamen nur eine Hand voll Menschen. So war die Arbeit in einer halben Stunde erledigt, auch, weil es im Kleistpark ordentlicher war als erwartet.

 Im vergangenen Jahr reinigten die Grünen den Viktoria-Luise-Platz, der war deutlich verschmutzter. Damals kamen auch mehr Freiwillige.

ufaFabrik - Renovierung von Außenwänden

In Tempelhof wurden die Außenwände der ufa-Fabrik renoviert. Foto: Matthias Jauch
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In der Ufa-Fabrik, dem Ort für Kultur, die Kreativität soziales Miteinander, ist eigentlich immer viel in Bewegung. Im Sommer 1979 wurde sie von rund 100 Menschen „friedlich in Betrieb genommen“, wie die Bewohner der Fabrik in Tempelhof gerne sagen, nachdem dort mehrere Jahrzehnte Filme auf Zelluloid gebannt wurden. Nun soll die feucht gewordene Fassade des alten Filmbunkers renoviert werden. „Die kulturellen Kursangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, etwa Trommel- und Tanzkurse sollen dort weiter stattfinden können“, sagt Fridolin Hinde, Geschäftsführer der Ufa-Fabrik. Am Vormittag sind noch wenige Menschen vor Ort. „Doch das wird im Laufe des Tages noch“, sagt Hinde. Gemeinsam schlagen sie alten Putz ab, verputzen neu und streichen gemeinsam mit dem 32-Jährigen die Außenwände des Gebäudes. „Auch eine Umweltausstellung wollen wir dort wieder anbringen“, sagt Hinde.

 

Interkulturelle Kekswerkstatt - Schöneberg

Die Interkulturelle Kekswerkstatt backte fleißig in Tempelhof-Schöneberg. Foto: Matthias Jauch
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Die „Gemeinsame Sache“ und ein wenig Genuss schließen sich keineswegs aus. Im interkulturellen Haus in Schöneberg haben sich rund 20 Menschen versammelt. Das Interkulturelle Haus ist ein Bezirksprojekt, leistet Integrationsarbeit, etwa in Migranten- und Flüchtlingsprojekten. Heute werden Kekse gebacken – etwa schwedische Havreflarn, kanarische Mandelplätzchen oder marokkanische Kekse. „Einige hundert werden es bestimmt“, sagt Tamara Siebenmorgen-Koch. Später werden sie den Kindern in der Notunterkunft im Rathaus Friedenau überreicht. „Dort gibt es sehr viele Kinder, versorgt über einen Caterer. Da gibt es wenig Raum für Extras“, sagt Siebenmorgen-Koch. Auch Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) ist vor Ort: „Wir wollen den Kindern eine Freude machen, ihnen begegnen und zeigen, dass sie ein Teil von uns sind. Das ist eine Win-Win-Situation“, sagt Schöttler.

 

FDP Schöneberg säubert Nollendorfplatz

Dagmar Lipper und ihre Parteikollegen vom Ortsverband der FDP in Schöneberg wollen sich nicht verstecken. Auch der Regen, der am Samstagvormittag über Schöneberg niedergeht, hält sie nicht ab. Am Nollendorfplatz sehen sie einiges zu tun, tragen Besen, Greifzangen und Mülltüten, um sich dem Platz rund um den U-Bahnhof in Schöneberg anzunehmen. Es geht ihnen besonders um den alten Brunnen unter der Hochbahntrasse Richtung Wittenbergplatz, der bis 1945 in Betrieb war. „Wir wollen diesen Brunnen wieder sichtbar machen und zeigen, was der Platz alles zu bieten hat“, sagt Lipper. Sie jäten Unkraut, schneiden Sträucher und kehren. „Das setzt auch ein Zeichen für alle, die hier leben. Vielleicht gehen auch sie mit der Umgebung dann besser um“, sagt Lipper, die nachsetzt: „Ein kleines Stück Stadt verschönern, macht man ja schließlich auch nicht jeden Tag.“

 

Aufräumen in der Kohlenhandlung

In der alten Kohlenhandlung in der Torgauer Straße in Schöneberg wird aufgeräumt. Foto: Matthias Jauch
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Es ist Aufräumen an einem geschichtsträchtigen Ort“, sagt Egon Zweigert. Denn für den ehemaligen Reichstagsabgeordneten Julius Leber war die Kohlenhandlung in der Torgauer Straße in Schöneberg Basis für seine berufliche Existenz – und Treffpunkt für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus, von Theodor Heuss wie Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Rund 20 Menschen sind gekommen, jäten Unkraut, schneiden Büsche und bauen eine wackelige Mauer zurück. Wie in den vergangenen Jahren ist das Gelände der ehemaligen Kohlenhandlung auch in diesem Jahr Ort von Ausstellung, zum Wirken von Annedore Leber und dem Widerstand ihres Mannes. „Diesen Ort wollen wir natürlich erhalten, auch als Ort des Lernens“, sagt Zweigert. „Es geht aber auch darum, dem zivilen Widerstand einen Erinnerungsort zu geben.“


 

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