Michael und Kai Korok sind nun stolze offizielle Papas. Foto: AFP / Britta Pedersen / Germany OUTp

Erste Adoption durch ein homosexuelles Paar "Der Normalzustand hat sich nun eben verändert"

Hanna Widmann
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Erstmals hat ein schwules Paar in Deutschland ein Kind adoptiert. Die Familie wohnt in Berlin - und ein Vater erzählt hier, wie sein Familienglück amtlich wurde.

Als vermutlich erstes gleichgeschlechtliches Ehepaar in Deutschland sind Michael und Kai Korok aus Mahlsdorf jetzt ganz offiziell Adoptiveltern. Das Familiengericht Tempelhof-Kreuzberg hat der gemeinsamen Adoption von Pflegekind Maximilian zugestimmt. Michael Korok erzählt, wie sein Familienglück amtlich wurde.

Herr Korok, Sie haben am 2. Oktober, kurz nach dem Inkrafttreten der Ehe für alle, geheiratet. Kurz darauf hat das Amtsgericht der Adoption ihres Sohnes zugestimmt. Waren Sie überrascht, wie schnell das Gericht reagiert hat?

Eigentlich nicht, da wir den Antrag bereits vor einem Jahr gestellt hatten. Da war die Gesetzeslage natürlich noch eine andere, und wir sind deshalb bald an unsere rechtlichen Grenzen gestoßen. Wir hatten deshalb vor, unser Recht vor dem Bundesverfassungsgericht einzuklagen. Mit der Ehe für alle hat sich die Lage natürlich grundlegend verändert. Bei einer Anhörung im August hat uns das Gericht dann bestätigt, dass wir alle Rahmenbedingungen für die Adoption erfüllen und nur noch die Eheurkunde fehlt. Die haben wir dann – so bald wie möglich – am 4. Oktober nachgereicht.

Wie fühlen Sie sich jetzt als Adoptivvater? Haben Sie gefeiert?

Unser Leben wird sich nicht großartig ändern. Wir haben an jenem Abend wie immer unsere drei Kinder ins Bett gebracht. Eigentlich ist alles wie immer, aber es war dennoch ein großartiger Moment, als der Staat festgestellt hat, dass mein Mann und ich gemeinsam geeignet sind, Eltern zu sein. Der Normalzustand hat sich nun eben verändert.

Wie haben sie die Neuigkeiten Maximilian erklärt?

Maximilan ist zwei Jahre alt und lebt seit seiner Geburt als Pflegekind bei uns. Die Adoption interessiert ihn wenig. Viel wichtiger ist für ihn, was es zum Abendessen gibt. Für ihn waren wir immer seine Eltern und werden es auch immer bleiben. Daran wird sich nichts ändern. Wir sind eine Familie.

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