Justizsenator Dirk Behrendt (links) überreichte den Kolumnisten Björn Seeling, Anja Kühne und Tilmann Warnecke den Respektpreis vom „Bündnis gegen Homophobie“. Preisträgerin Nadine Lange konnte nicht anwesend sein. Davids/ Florian Boillot
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Auszeichnung durch das "Bündnis gegen Homophobie" Tagesspiegel-Autoren erhalten den Respektpreis

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Ihre gemeinsame Kolumne "Heteros fragen, Homos antworten" wurde als "absolutes Highlight im queeren Journalismus" gewürdigt.

Was bei einem Gespräch unter Kollegen in der Kantine des Tagesspiegels begann, endete am Donnerstag auf der Bühne des Marshall-Hauses an der Berliner Messe: „Heteros Fragen, Homos antworten“, die queere Kolumne des Tagesspiegels, wurde mit dem „Respektpreis 2017“ des „Bündnis gegen Homophobie“ ausgezeichnet. Und damit auch die vier Kolumnisten Anja Kühne, Nadine Lange, Björn Seeling und Tilmann Warnecke, die in 50 Folgen den neugierigen Fragen der Heteros Rede und Antwort standen.

"Ein absolutes Highlight im queeren Journalismus"

Mit dem seit 2010 jährlich verliehenen Preis soll „herausragendes Engagement für die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI)“ gewürdigt werden. Das „Bündnis gegen Homophobie“ besteht aus über 100 Organisationen, Initiativen und Institutionen aus Wirtschaft, Sport und Kultur.
Neben den vier Journalisten des Tagesspiegels waren außerdem noch die Pastorin der Baptistengemeinde „baptisten.schöneberg“, Dagmar Wegener, der YouTuber Florian Mundt alias LeFloid, sowie die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler (SPD), für den Preis nominiert.

Dagmar Wegener stellt sich in ihrer Gemeinde konsequent gegen Ausgrenzung und traute im vergangenen Jahr zum ersten Mal ein lesbisches Paar. Der YouTuber LeFloid setzt sich in seiner Reihe „LeNews“ für Zivilcourage und gegen Rassismus, Diskriminierung und Homophobie ein und erreicht damit mehr als drei Millionen Zuschauer. Die Politikerin Angelika Schöttler wurde wegen ihres langjährigen, umfangreichen und tatkräftigen Engagements in der LGBTI-Gemeinde ebenfalls vorgeschlagen.

Bernd Wegner von den Berliner Verkehrsbetrieben, Mitglied in der siebenköpfigen Jury, würdigte die Preisträger in seiner Laudatio mit den Worten: „In 50 Kolumnen leistete das Queerspiegel-Team Aufklärung wie Nachhilfe und fand dabei treffende, meist geduldige und teils auch richtig witzige Antworten.“ Und bezeichnete die Reihe „Heteros fragen, Homos antworten“ als „ein absolutes Highlight im queeren Journalismus“.

Der für Antidiskriminierung zuständige Senator Dirk Behrendt (Grüne) betonte vor der Übergabe des Ehrenpreises in seiner Rede, es sei ein gutes Jahr für die Gleichstellung von LGBTI gewesen – die Ehe für alle und das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare stehen an erster Stelle. Es gebe aber noch einiges zu tun. „Diskriminierung und Gewalt gegen LGBTIQ-Menschen ist leider immer noch Alltag für viele“, sagte Behrendt.

Das wurde auch in den Zahlen der aktuellen Kriminalitätsstatistik deutlich, die Wolfram Pemp von der Berliner Polizei vorstellte. Alleine im ersten Quartal 2017 gab es demnach 121 Straftaten, die gegen die sexuelle Orientierung der Opfer gerichtet waren. Das sind in etwa so viele wie im gleichen Zeitraum 2016, die Aufklärungsrate der Übergriffe sei jedoch auf unter 40 Prozent gesunken. Das Spektrum der Taten sei breit – von Beleidigung und Sachbeschädigung über Körperverletzung bis hin zu Tötungsdelikten.

Die Kolumne des Queerspiegels ist als Buch im Querverlag erschienen und im Tagesspiegel-Shop erhältlich (12 Euro; online bestellbar unter shop.tagesspiegel.de).

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