Ein Doppeldeckerbus der BVG (Symbolbild). Foto: Kitty Kleist-Heinrichp

Berlin-Treptow BVG-Bus überrollt Radfahrerin

Jörn Hasselmann
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Eine Radfahrerin ist bei einem Unfall in Treptow schwer verletzt worden. Ein Busfahrer hatte beim Überholen den Sicherheitsabstand missachtet.

Nach Polizeiangaben geschah der Unfall gegen 12.15 Uhr mittags am Sonnabend in der Johannisthaler Chaussee in Treptow. Der Bus und die Radfahrerin fuhren beide in Richtung Königsheideweg. Kurz hinter der Autobahnauffahrt wird der Radweg vom Gehweg auf die Fahrbahn geleitet - deutlich rot markiert. Hier wollte der Bus der Linie X11 dennoch die Frau überholen.

Da nach Polizeiangaben Fahrzeuge in der engen Straße aus der anderen Richtung kamen, lenkte der 50-Jährige "wieder nach rechts und erfasste die Radfahrerin", so formulierte es das Polizeipräsidium. Sie stürzte, geriet unter den Bus und wurde von diesem im Bereich des Unterkörpers überrollt. Die Zweiradfahrerin kam mit schweren Verletzungen an Beinen, Becken und Kopf in ein Krankenhaus. Ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Die Straße war mehrere Stunden gesperrt.

Verschuldet wurde der Unfall nach Polizeiangaben vom Fahrer des dreiachsigen Doppeldeckers. Die Frau trifft keine Mitschuld. Fahrzeuge müssen beim Überholen einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten, nach geltender Rechtsprechung 1,50 bis 2 Meter. Faktisch wird diese Vorschrift so gut wie nie eingehalten, 50 Zentimeter Abstand oder weniger sind normal - jeder Radfahrer bestätigt dies. Fahrradaktivisten fordern deshalb, dass Fahrzeuge in engen Straßen nur auf der Gegenfahrbahn überholen dürfen. So soll vermieden werden, dass Autos sich mit wenig Abstand an Fahrrädern vorbeidrängeln.

Schnelle Radfahrer kennen zudem den Effekt, dass die Fahrer von Lastwagen oder Bussen die Länge ihres Gefährts nicht richtig einschätzen und zu schnell wieder nach rechts ziehen. Die Polizei konnte nicht sagen, in welchem Bereich des fast 14 Meter langen Fahrzeuges die Frau erfasst wurde.

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