Wasserschaden in einem Bürogebäude (Symbolfoto) Foto: Karin Retzke
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Berlin-Spandau Die Ekel-Direktion der Polizei

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Schimmel, Legionellen und Fäkalienwasser: In Spandau musste die Polizei mehrere Dienstzimmer im Direktionsgebäude räumen.

Der Polizei stinkt’s. In ein Gebäude der für Spandau und Charlottenburg zuständigen Direktion 2 ist so viel Abwasser und Regenwasser gelaufen, dass es jetzt schimmelt. Ein interner Bericht, der dem Tagesspiegel vorliegt, warnt vor einer „stark auffälligen Konzentration von Schimmelpilzsporen der Gattung Chaetomium“. Zwei  Abteilungen mussten bereits ihre Büros räumen, da eine „potentielle Gesundheitsgefährdung“ vorliegt. Dies bestätigte das Präsidium auf Anfrage. „Aus Vorsorgegründen wurden mehrere Dienstzimmer geräumt“, sagte Polizeisprecher Winfrid Wenzel.

In das Haus 7 auf dem Gelände der Direktion an der Charlottenburger Chaussee ist in den vergangenen Jahren mehrfach massiv Wasser gelaufen. Dem Vernehmen nach vermuten Handwerker, dass das Dach undicht ist. In fast allen Räumen wurden mittlerweile Zwischendecken erneuert, die so feucht waren, dass sie heruntergefallen sind. Grundlegende Reparaturen am Dach gab es nicht. Die Entwicklung von Schimmel stoppte es nicht, wie eine Messung ergab.

Zudem war in der Vergangenheit mehrfach ein Abwasserrohr gebrochen. „Fäkalienwasser tropfte durch die Zwischendecke“, wie es heißt. „Die dort angebrachte Deckenlampe war mit Fäkalienwasser gefüllt, der

Stromkreis musste vorsorglich außer Betrieb gesetzt werden“, wie es in dem internen Bericht weiter heißt. Am Donnerstag wurden zudem Legionellen im Wasser nachgewiesen.

Die Beamten, die dort arbeiten, sind „durch das Messergebnis verunsichert“, ein Beamter leide mittlerweile an einer Allergie gegen die Sporen.. „Der Schimmelpilz-Befund ist erschreckend, auch wenn uns kaum noch

was überraschen kann“, sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro. Das Maß sei längst überschritten. „Wir reden hier nicht über Optik und Komfort, sondern über Gesundheitsgefahren.“

Doch Hoffnung gibt es kaum – es fehlt das Geld. Im Januar hatte Innensenator Andreas Geisel (SPD) mitgeteilt, dass für die Sanierung maroder Polizeigebäude 1,2 Milliarden Euro erforderlich sind, fast 200 Millionen bei der Feuerwehr. Doch während der Sanierungsstau bei Schulen (4,2 Milliarden) jetzt von der rot-rot-grünen Koalition mit massivem Finanzeinsatz angegangen werde, gibt es für Polizei und Feuerwehr lediglich 50 Millionen Euro im aktuellen Doppelhaushalt. Dabei nimmt es die Polizei beim Thema Baufälligkeit locker mit den Schulen auf. Bleirohre, Ratten, geborstene Heizungsrohre, herabfallender Putz, Gift in den Schießständen – es gibt nichts, was es nicht gibt.

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