Das Straßenbahnnetz soll ausgebaut werden - trotz Problemen auch weiter vom Alex in Richtung Potsdamer Platz und Rathaus Steglitz. Foto: Doris Spiekermann-Klaas
p

Öffentlicher Nahverkehr in Berlin Ausbau des Straßenbahn-Netzes lag zwei Wochen auf Eis

96 Kommentare

Die Streckenverlängerung nach Steglitz wäre fast an einer Brücke gescheitert. Das Projekt wird nun doch weitergeführt.

Das Projekt, seit Jahren geplant, war schon zwei Wochen lang intern erledigt. Jetzt laufen die Planungen für den Straßenbahn-Bau vom Alexanderplatz über den Potsdamer Platz zum Rathaus Steglitz aber weiter. Zum unerwarteten Hindernis war die Mühlendammbrücke geworden, weil sich erst jetzt herausgestellt hat, dass sie – anders als die Gertraudenbrücke – die schweren Bahnen nicht tragen kann. Die Brücke müsse neu gebaut werden, teilte Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner am Donnerstag im Verkehrsausschuss mit.

Die Konsequenz: Das Brücken- und Tunnel-Instandhaltungsprogramm soll nach den Plänen für Straßenbahn-Neubaustrecken ausgerichtet werden. Im aktuellen Programm ist die Mühlendammbrücke noch nicht aufgeführt. Die überraschende Erkenntnis, die Kirchner mit neuen Vorschriften begründete, hätten dazu geführt, dass das Projekt 14 Tage lang vollständig aufgegeben worden war, sagte Kirchner. Dann habe man sich aber doch entschlossen, weiterzumachen. Terminangaben gibt es noch nicht. Bei anderen Strecken ist man weiter:

Turmstraße

Noch im November soll das Planfeststellungsverfahren für den Weiterbau vom Hauptbahnhof über die Rathenower Straße zum U-Bahnhof Turmstraße beginnen. Die ersten Bahnen sollen wie geplant Ende 2020 fahren.

Ostkreuz

Für Ende November ist nun der Beginn des Genehmigungsverfahrens für das Heranrücken der Gleise an das Ostkreuz geplant, wodurch sich die Umsteigewege zu den Zügen verkürzen. Als Fertigstellungstermin werde auch hier weiterhin Ende 2020 angestrebt, sagte Kirchner.

Adlershof

Für den Lückenschluss zwischen Adlershof und dem Bahnhof Schöneweide soll das Planfeststellungsverfahren Ende Januar starten. Hier mussten noch Gutachten bearbeitet werden.

Mahlsdorf

Frühestens 2021 kann begonnen werden, die Gleise von der heutigen Endstelle um rund 200 Meter bis zum S-Bahnhof Mahlsdorf zu verlängern, der derzeit auch einen Bahnsteig für den Regionalverkehr erhält. Noch haben sich die Senatsverkehrsverwaltung und der Bezirk aber nicht geeinigt.

Weitere Projekte

Anfang 2018 sollen die Planungen für die Verlängerung von der Warschauer Straße zum Hermannplatz beginnen. Die bisher favorisierte Trasse führt durch den Görlitzer Park. Für die Verlängerung vom Pasedagplatz nach Pankow Richtung Granitzstraße soll die Voruntersuchung nächstes Jahr losgehen. Zum Anschluss des geplanten Neubaugebiets im Blankenburger Süden sowie für den Weiterbau vom U-Bahnhof Turmstraße bis Jungfernheide werden die Vorzugstrassen derzeit ermittelt.

Und am S-Bahnhof Karlshorst, wo die Gleise nach dem längst fertiggestellten Brückenneubau der Bahn zu den Gehwegen hin verschwenkt werden, sollen die Arbeiten im Januar beginnen und bis 2020 dauern.

Betriebshöfe

Für den Ausbau des Netzes braucht die BVG nach 2030 zwei neue Betriebshöfe. Einer soll in Adlershof stehen, der andere wahrscheinlich im Bereich Blankenburg. Kosten einschließlich des Ausbaus der bestehenden Anlagen nach Angaben der BVG: rund 400 Millionen Euro. Außerdem braucht die BVG neue Höfe für die kommenden Elektrobusse.

Mehr zu Mitte » Mehr lesen? Jetzt gratis Tagesspiegel testen!