Einst RAF-Anwalt, heute Neonazi: Horst Mahler. Hier im Jahre 2010 während einer Verhandlungspause im Landgericht Potsdam. dpa
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Neonazi und RAF-Mitgründer ringt mit Tod Polizei will Gedenkaufmärsche für Horst Mahler verhindern

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Das in Brandenburg (Havel) inhaftierte einstige RAF-Mitglied und jetzige Neonazi Horst Mahler ist schwer erkrankt. Die Behörden wollen im Falle seines Todes rechtsextreme Gedenkaufmärsche verhindern. Der Ort soll keine Pilgerstätte für Neonazis werden.

Brandenburgs Sicherheitsbehörden bereiten sich auf den Tod des Neonazis und bekannten Holocaustleugners Horst Mahler vor. Der 79-Jährige, einst Anwalt und Mitgründer der Roten Armee Fraktion (RAF), liegt derzeit im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft hat den Vollzug seiner Haft in der Anstalt Brandenburg/Havel wegen einer schweren Sepsis (Blutvergiftung) unterbrochen. Ihm wurde vergangene Woche der linke Unterschenkel amputiert. Sein Gesundheitszustand sei dramatisch, heißt es.

Die Polizei traf erste Vorbereitungen für den Fall von Mahlers Ableben. Fackel- und Traueraufzüge von Neonazis für ihn in Brandenburg (Havel) will die Polizeiführung verhindern. Die Stadt solle keine Pilgerstätte für Rechtsextreme werden, hieß es. Erst im Oktober 2014 hatte dort das Neonazi-Netzwerk „Gefangenenhilfe“ eine Kundgebung unter dem Motto „Solidarität gegen staatliche Repression“ abgehalten. 2011 hatten Neonazis bei einem Aufmarsch vor der Haftanstalt für Mahler, die „Freisetzung des Dissidenten“ gefordert.

Der 79-Jährige verbüßt seit 2009 eine zehnjährige Haftstrafe wegen Volksverhetzung und Holocaust-Leugnung.

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