Jetzt hat der Bezirk sie genau dokumentiert: Orte in Neukölln, an denen immer wieder Abfall abgeladen wird. Hier liegen ungeahnte Chancen der Stadtvermarktung. Eine Glosse aus dem Tagesspiegel-Newsletter "Checkpoint".
In unserem Städtchen wird ja bekanntlich alles als Event vermarktet, jetzt gibt es sogar eine offizielle Karte der beliebtesten „Müll-Hotspots“ von Neukölln - herausgegeben von Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) auf Anfrage des AfD-Abgeordneten Danny Damerau. Hier kommen die Orte zum Ausschneiden, falls der Berlinbesuch Sie mal wieder fragt , wohin:
1. Warthestraße / Wartheplatz / Oderstraße
2. Weserstraße
3. Schillerkiez (insbesondere Schillerpromenade, Weisestraße, Herrfurthstraße, Herrfurthplatz, Kienitzerstraße, Allerstraße, Okerstraße)
4. Stuttgarter Straße
5. Mittelweg
6. Mittelbuschweg
7. Kielhufer / Mergenthalerring / Dieselstraße
8. Karl-Marx-Straße
9. Sonnenallee
Zersplittert liegen die Holzleisten dieser Bank auf dem Spielplatz in der Nicolaistraße Ecke Kaulbachstraße in Lankwitz. Wer macht eigentlich so etwas? Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Fotos von Müll, Dreck und Vandalismus in Berlin an leserbilder@tagesspiegel.de!
"Eine merkwürdige Stadt mit Zerstörungswütigen, wie kreativ!" Ralf Rohrlach hat diesen Sticker an einem Regenrohr in der Zellestraße entdeckt, nur wenige Meter von der notorisch bekannten Rigaer Straße in Friedrichshain entfernt. "Demnach muss es wohl eine Zerstörungs-Lobby geben, die in Liebe dazu sogar Aufkleber drucken lässt!"
Ein Feuerchen auf dem Rasen? Keine Seltenheit in Kreuzberg, hier am Urbanufer.
Hässlich, der Müll in einer Grünanlage an der Charlottenstraße in Mitte.
Radfahrverbot, Grillverbot, Leinenzwang. Was nicht gefällt, wird demoliert. Diese Schilder im Treptower Park sind ungefähr ein Jahr alt. Nur auf einem lassen sich die Regeln des Parks noch ablesen. Zurück bleiben die leeren Rahmen.
"Verantwortung tragen" hieße hier wohl, seinen Müll nach Hause zu tragen. Denn die Mülleimer im Volkspark Wilmersdorf sind überfüllt.
"Der berühmte Reklamekönig Ernst Litfaß (1816-1874), er ruht auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Mitte, und würde sich wahrscheinlich wie ein 'Propeller im Grabe' drehen, wenn er wüsste wie jeder nur mögliche Ort heute, besonders im Stadtzentrum, für jede nur mögliche Reklame missbraucht wird!" Das schreibt uns Ralf Rohrlach. Recht hat er, hier ein Bild von einem Kreuberger "Ampel-Wrap" in der Schlesischen Straße.
Immer dicker wird der Papierwickel, in den sogar noch von oben Müll geworfen wird.
Spandauer Straße, Mitte. "Die offiziellen Flächen scheinen zu wenig oder zu teuer und sind in 'fester Hand', schreibt Rohrlach. "So wird halt wild plakatiert, für all das was verkauft werden soll, zwischen Kunst, Kultur und Nepp. Diese negative Stadtentwicklung findet man aller Orten und es scheint der Stadt offensichtlich genehm zu sein, was leider das oft vermüllte Berlin noch unterstreicht!"
Karl-Liebknecht-Straße, Mitte. "Verwunderlich dabei auch die Toleranz der Ordnungsämter, die scheinbar sehr viel Verständnis haben für jene gezettelte Hässlichkeit im Stadtbild der Hauptstadt Berlin", schreibt Rohrlach weiter.
Viele werden gar nicht mehr wissen, dass dieses seltsame Stadtmöbelstück am Bahnhof Frankfurter Allee in Friedrichshain eine Telefonzelle war. "Doch welche Aufgabe hat es noch und zu welchem Zweck dient es, wem gehört es", fragt Ralf Rohrlach, der dieses Foto machte. Liebe Leserinnen, senden Sie Ihre Fotos von Dreckecken und Vandalismus in Berlin an leserbilder@tagesspiegel.de!
"Es scheint niemanden zu stören, seit Jahren nicht, weil vielleicht niemand mehr weiß wer zuständig ist", schreibt Ralf Rohrlach.
In den Landwehrkanal geworfen. Immer wieder liegen gerade erst in den Dienst gestellte Leihräder im Wasser. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Welche Beispiele für Vandalismus oder Vermüllung sind Ihnen begegnet? Senden Sie Ihre Fotos an leserbilder@tagesspiegel.de!
Von der Brücke an der Lohmühlenstraße wurden Anfang Mai gleich drei Räder ins Wasser geworfen, ...
... hier sind die Umrisse der Räder schemenhaft auf dem Grund des Kanals zu sehen. 10. Hermannstraße
11. Donaustraße
12. Reuterstraße
13. Boddinstraße
14. Hobrechtstraße
15. Gerlinger Straße / Kölner Damm.
Und hier unsere Checkpoint-Prognose dazu: Demnächst wird das als Reisegeschichte in der New York Times zu erleben sein („15 Hot-Spots to Go in Berlin“), dann als Bannerwerbung bei „visitBerlin“ („Reach for Rubbish in Hipstertown!“) und schließlich als perpetuierende Stadtrundfahrt („Tourist Trash Tour: Hop on, drop off“).
Diese Glosse erschien zuerst im Tagesspiegel-Morgennewsletter "Checkpoint".