Kopfläuse: Jedes zweite Kind gefährdet Schulanfang erhöht Risiko Eltern sollen achtgeben

Fatina Keilani
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Sie jucken, sind lästig und nicht auszurotten: Kopfläuse. Jedes zweite Berliner Kind ist gefährdet – ganz besonders jetzt, wo die Schule wieder begonnen hat. Deshalb sollten alle Eltern ihren Kindern auf den Kopf schauen, raten Gesundheitsämter. Die Pharmafirma August Wolff aus Bielefeld hat einen Läuseatlas erstellt, errechnet aus den verkauften Packungen von Läusemitteln aller Hersteller. Für Berlin ergeben sich einige erstaunliche Werte: So ist im wohlhabenden Teil von Prenzlauer Berg die Läusegefahr höher als im bürgerlichen Teil von Neukölln, und im edlen Charlottenburg ist sie höher als in Kreuzberg. „Kopfläuse sind nicht an eine soziale Schicht gebunden; es kann wirklich jeden treffen“, sagt Sabine Koch-Gensecke, Ärztin in der Fachgruppe Infektionsschutz beim Landesgesundheitsamt. Läuse seien ein Dauerproblem und leider schambesetzt, weswegen viele Eltern nicht darüber sprächen. Das sei aber genau falsch.

Nach den Zahlen von August Wolff wächst das Problem stetig. „Die Zahl der verkauften Packungen steigt seit 2003 von Jahr zu Jahr um zehn Prozent, obwohl es nicht mehr Kinder gibt“, sagt Eva Gertz, Sprecherin der Firma Wolff. „Wir raten allen Eltern, eine Woche nach Schulbeginn die Köpfe ihrer Kinder zu untersuchen und, falls sie etwas finden, sofort zu handeln.“ Dann werde man die Läuse am schnellsten wieder los. „Das Jucken beginnt erst später. Sehen kann man die Tiere vorher schon.“ Das Thema wecke bei vielen Menschen falsche Assoziationen von Schmuddeligkeit, bedauern Gertz und Koch-Gensecke.

„Sehr wichtig ist ein gutes Zusammenspiel zwischen Eltern, Schulen und Kitas und Gesundheitsämtern“, sagt Koch- Gensecke. „Es besteht eine Meldepflicht. Eigentlich kann das Kind dann die Einrichtung erstmal nicht mehr besuchen, aber meist wird versucht, das Problem gemeinsam zu lösen.“ Das heißt allerdings: Für alle anderen Kinder in der Einrichtung steigt das Risiko. Schon zu dicht nebeneinander aufgehängte Mützen reichen, um Läuse überspringen zu lassen.

Sie wieder loszuwerden, kann dauern. Die Läuse saugen Blut aus der Kopfhaut, was Ekzeme verursachen kann, und legen massenhaft Eier ab, aus denen neue Läuse schlüpfen. Wer Läuse hat, kann sie mit Mitteln aus der Apotheke ersticken; die leeren Eihüllen müssen dann ausgekämmt werden. Hitze und Kälte vertragen die Tiere nicht. Sämtliche Kleidung, Handtücher, Wäsche muss entweder heiß gewaschen oder tiefgekühlt werden. Insgesamt kann die Behandlung bis zu drei Wochen dauern. Fatina Keilani

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