Stadtbewohner. Wildschweine sind besonders in den Randbereichen Berlins kein ungewöhnlicher Anblick. Foto: Mike Wolff
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Jagdrecht in Berlin Polizisten sollen Wildschweine schießen dürfen

Lars Törne
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40 Stadtjäger dürfen in Berlin Tiere schießen. Die Grünen fordern, dies solle nur noch Aufgabe der Polizei sein.

Am Stadtrand ist es nichts Ungewöhnliches, Wildschweinen zu begegnen. Aber offenbar zieht es größere Wildtiere hin und wieder auch in die Berliner City. Am Bundeskanzleramt zum Beispiel, so erfuhr die Grünen-Politikern Claudia Hämmerling von einem Revierförster, sind vor einiger Zeit Wildschweine gesehen worden. Was aber passiert, wenn so ein Tier verletzt ist oder als so gefährlich eingeschätzt wird, dass es erlegt werden muss?

Dann können die sogenannten Stadtjäger zum Einsatz kommen – ehrenamtlich tätige Jäger, die von der Polizei bei Einsätzen mit Wildtieren hinzugezogen werden können. 40 Stadtjäger mit der dafür erforderlichen Genehmigung zur „beschränkten Jagdausübung“ gibt es in Berlin. Das erfuhr die Grünen-Tierschutzpolitiker Claudia Hämmerling jetzt in der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage. Diese Stadtjäger haben einen Jagdschein, einen Schießnachweis und Jagderfahrung in der Stadt. Sie sind aber auch – und hier setzt die Kritik der Grünen-Politikerin an – nicht immer auf Abruf einsetzbar, sodass ein verletztes Tier manchmal länger als nötig leiden müsse, bevor ein Stadtjäger es erschießt. Das sei „ineffizient und nicht tierschutzgerecht“.

Daher fordert Hämmerling, dass der Senat die bisherige Praxis durch ein „modernes tierschutzgerechtes Verfahren“ ablöst. Ihre Vorstellung: Künftig sollen Polizeibeamte den Stadtjäger ersetzen. Bestärkt sieht Hämmerling ihre Position durch die Antwort auf ihre Kleine Anfrage, verfasst von Stadtentwicklungs-Staatssekretär Christian Gaebler. Der schreibt: „Grundsätzlich sind Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte so geschult und ausgestattet, dass unfallverletzte Tiere durch gezielte Maßnahmen von ihren Leiden erlöst werden können.“ Allerdings lässt die Antwort des Staatssekretärs auch einige Fragen offen – so die, wie relevant das Thema wirklich ist, sprich: Wie viele Wildtiere in Berlin in letzter Zeit fachgerecht gejagt wurden. Darüber gebe es „keine Erhebungen“.

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