Kommt selten allein. Radfahrer machen einen immer größeren Anteil am Stadtverkehr aus. Nur selten haben sie so viel Platz wie hier am Ufer des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals. Foto: Soeren Stache/dpa
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Fahrradverkehr in Berlin 36 Prozent mehr Radfahrer binnen zehn Jahren

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Seit 2007 ist der Fahrradverkehr in Berlin fast ununterbrochen gewachsen. Aber erst seit kurzem wird sein Anteil genauer erfasst.

Die tatsächliche Entwicklung des Radverkehrs gehörte bislang zu den großen Unbekannten im Berliner Verkehrsgeschehen – weil nur an wenigen Stellen permanent und sonst nur sehr sporadisch gezählt wurde. Jetzt hat die Verkehrsverwaltung auf Anfrage des Abgeordneten Stefan Gelbhaar (Grüne) die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre aufgeschlüsselt. Sie zeigt einen fast ununterbrochenen Aufwärtstrend.

Gegenüber dem mit 100 Prozent angesetzten Basisjahr 2007 nahm der Radverkehr bis 2016 um gut 36 Prozent zu. Die deutlichste Steigerung gab es gleich zu Beginn: Von 2007 zu 2008 legte der Radverkehr um mehr als neun Prozent zu. Die einzige Unterbrechung des Aufwärtstrends gab es von 2010 zu 2011; seitdem geht es stetig, aber mit allmählich geringeren Wachstumsraten weiter aufwärts. Basis für diese Bilanz sind monatliche Zählungen an jeweils einem Tag von 7 bis 19 Uhr an acht über das Stadtgebiet verteilten Orten.

Der stärkste Radverkehr herrscht auf der Oberbaumbrücke

Für 2017 steht die Bilanz naturgemäß noch aus. Seit 2015 lässt sich die Entwicklung genauer verfolgen, weil in jenem Jahr 14 permanente Zählstellen an zehn Standorten installiert worden sind. Weitere zwölf Zähler an sieben Orten folgten im vergangenen Jahr. Ihre Daten sind online tagesaktuell abrufbar. Seit Beginn dieses Jahres haben sie 18,8 Millionen Radfahrer registriert. Die meistbefahrene Zählstelle ist mit bisher 3,1 Millionen Radlern die Oberbaumbrücke, gefolgt von Jannowitzbrücke (2,5 Millionen) und Berliner Straße in Pankow (2,1 Millionen). Danach folgen Yorckstraße, Maybachufer, Invalidenstraße und Frankfurter Allee.

Neue Zählstellen sind nicht geplant

Im Jahresdurchschnitt wurden pro Tag und Zählstelle knapp 3300 Radfahrer registriert; im Sommer je nach Standort und Wetter doppelt bis vier Mal so viele wie im Winter. Die Monate Mai, Juni, Juli und August sind dabei die mit dem meisten Radverkehr; Dezember und Januar in der Regel die ruhigsten.

Im Jahr 2017 wurden laut der Senatsverwaltung keine weiteren Zählstellen geplant oder in Betrieb genommen.

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