Sockelpyramide aus beschrifteten Findlingen. So sah das frühere Deutsche Sportdenkmal am Dahmeufer aus. Foto: wikipediap

Deutsches Sportdenkmal in Grünau "Denkzeichen" zur wiedergewonnenen Einheit des Sports

Christoph Stollowsky
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Das Deutsche Sportdenkmal stand einst in Grünau. Die DDR ließ es in den 70ern abreißen. Bürger kämpfen für den Wiederaufbau. Mit Lottogeldern wird nun ein Gestaltungswettbewerb finanziert.

Es war eine gewaltige Solidaritätsaktion. 310 Sportvereine aus ganz Deutschland transportierten anno 1897/ 98 Findlingssteine aus ihrer Heimat nach Grünau. In jeden war ihr Vereinsname sowie dessen Sitz eingemeißelt.

Warum? Die Steine sollten das Fundament des Deutschen Sportdenkmals werden. Geplant – getan: Alle Findlinge schichtete man damals zum pyramidenförmigen Sockel eines Monumentes auf, das die Kraft und Einheit des deutschen Sports symbolisieren und Kaiser Wilhelm I. zu dessen 100. Geburtstag ehren sollte.

Das Monument war eine weithin sichtbare Landmarke

Das 15 Meter hohe, als Landmarke weithin sichtbare Denkmal stand 75 Jahre lang am Ufer an der Sportpromenade 2, Höhe Regattastrecke. Doch im Frühjahr 1973 ließen es die DDR-Machthaber aus ideologischen Gründen abreißen. Nun aber soll am selben Platz ein neues Denkmal für den deutschen Sport in moderner Form entstehen und dessen wiedergewonnene Einheit zum Ausdruck bringen.

Zu seiner Gestaltung will der Bezirk Treptow-Köpenick baldmöglichst einen Künstlerwettbewerb ausschreiben, der mit Lottogeldern bezahlt wird. Dafür hat die Berliner Lottostiftung in ihrer zweiten Ausschüttung 2017 gerade 50 000 Euro bereitgestellt.

Auch das Wassersportmuseum unterstützt die Initiative

Weitere 250 000 Euro bewilligte die Stiftung schon im vergangenen Jahr für den Bau des Monumentes. Sie werden aber erst nach dem Ende des Gestaltungswettbewerbes ausgezahlt. Auf den Weg gebracht wurde das Projekt bereits seit den späten 90er Jahren vom Verein „Zukunft in Grünau“, dem Verein „Denkzeichen Wassersport in Berlin“ sowie vom 1990 eröffneten Wassersportmuseum Grünau des Bezirks und der Stiftung Stadtmuseum.

Weshalb dieser Einsatz? „Ganz klar“, sagt Robert Schaddach von „Denkzeichen Wassersport“, „Berlin war auf Dahme, Spree und Havel schon immer ein Impulsgeber des Wassersports, vieles begann hier, zum Beispiel vor knapp 150 Jahren die erste deutsche Binnensegel-Regatta an der Regattastrecke Grünau.“ Ab 1880 entwickelte sich die Regattastrecke zu einem Zentrum des deutschen Segel- und Rudersports, während am Ufer des Wannsees zugleich ein Wassersportverein neben dem anderen sein Domizil gründete. 1901 erhielten die bis dahin ausschließlich männlichen Segler und Ruderer dann Verstärkung: Ab diesem Zeitpunkt durften auch Frauen in die Boote.

Das neue Denkmal soll ein attraktives Ausflugsziel werden

Schon das alte Grünauer Sportdenkmal war ein beliebtes Ausflugsziel, mit einem Gartenlokal gleich nebenan. So ähnlich wünscht sich Robert Schaddach auch die Zukunft des neuen Monumentes. Es soll Einheimische und Touristen anziehen und als „Denkzeichen“ wirken „für den Blick zurück, aber auch nach vorne“. Historische Reminiszenzen gibt es genügend. Als das Denkmal geschliffen wurde, sicherten sich die Grünauer etliche Findlinge und hoben sie in ihren Gärten auf. Nun sollen die Steine wieder an den alten Platz zurückkehren.

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