Gewichtig. Eine Tür für Marken. Foto: Michael Graupner
p

Der Tagesspiegel-Adventskalender Die 14. Tür braucht drei Schlüssel

0 Kommentare

Bis zum 24. Dezember öffnen wir täglich Berliner Türen - und berichten, was sich dahinter befindet. Heute schauen wir hinter eine 600-Kilo-Tür.

Drei Schlüssel müssen in dieser Tür stecken, um das große Rad drehen zu können. Es poltert und mit ein bisschen Kraft, lässt sich die 600 Kilogramm schwere Tresortür öffnen. Doch wer dahinter einen Schatz vermutet, wird enttäuscht. Alte Akten lagern in dem kleinen Raum des Deutschen Patentamts in der Gitschiner Straße.

Das war vor zwanzig Jahren noch anders. Deutschland ist manchmal ein kompliziertes Land. Wer ein Patent anmelden will, muss eine Gebühr zahlen. Das ist woanders auch so. Doch bis zur Einführung des Euro benötigte man für eine Patentanmeldung eine sogenannte Gebührenmarke. Diese Marken lagerten hinter der Tresortür des Patentamts. Eine Marke hatten die Größe einer Briefmarke, nur kosteten sie ungleich mehr: es gab sie im Wert von 10, 20 oder 50 D-Mark. Entsprechend der Wertigkeit eines Patents mussten sie auf die Patentanmeldung geklebt werden. Ein Patent kostete 15 bis 20 D-Mark – pro Monat.

Nicht nur die Preise haben sich mittlerweile geändert: Für den Schutz einer Marke, wie einem Logo oder einer Wortmarke, muss man monatlich in den ersten zehn Jahren lediglich 2,42 Euro zahlen, die Anmeldung kann auch digital erfolgen. Und vor der Tresortür werden jetzt Videokonferenzen abgehalten.  

Türchen Nummer eins führte bereits nach Schöneberg, die zweite Tür erzählt von alten Zeiten und die dritte vom Untergrund. Die vierte Tür ist ein geheimer Übergabeort, um die fünfte "kommste nicht drumrum" und die sechste bringt das Glück. Hinter der Sieben aber steppt der Berliner Bär und die achte Tür ist unscheinbar. Hinter der neunten steckt Tradition, auf die zehnte Tür ist Verlass und Türchen Nummer 11 versprüht Großstadtromantik. Das 12. Türchen nun führt in die tropische Unterwelt und Tür Nummer 13 ist ein Relikt.

Mehr zu Friedrichshain-Kreuzberg