Foto: Hans-Günter Bredow / RKI / Promo
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Der Tagesspiegel-Adventskalender Das 15. Türchen sollte besser verschlossen bleiben

Sascha Karberg
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Bis zum 24. Dezember öffnen wir täglich Berliner Türen - und berichten, was sich dahinter befindet. Die heutige hat ein Bullauge - aus gutem Grund.

Dieses Türchen sollte man besser nicht öffnen. Jedenfalls nicht ohne einen Schutzanzug. Und überhaupt handelt es sich beileibe nicht um ein Türchen, sondern um eine massive, luftdichte Tür mit Bullauge, hinter der das modernste Hochsicherheitslabor Deutschlands liegt, das 170 Millionen Euro teure „Biologische Sicherheitslabor der Stufe 4“ des Robert-Koch-Instituts in der Weddinger Seestraße.

Nur in solchen Labors dürfen einige wenige, speziell ausgebildete Forscher so gefährliche Viren wie Ebola, Sars, Marburg oder Lassa untersuchen. Die etwa 300 Quadratmeter sind vollgestopft mit modernsten Geräten und umgeben von einer undurchlässigen Schicht aus Edelstahl und dicken, schusssicheren Betonwänden.

Unterdruck im Stahlkessel sorgt dafür, dass keine Mikrobe nach draußen gelangen kann. Außerdem müssen die Forscher durch vier Schleusen, in denen ihre Anzüge jedes Mal minutenlang mit aggressiven Chemikalien und Wasser besprüht werden. Erst dann öffnet sich die Tür nach draußen.

Türchen Nummer eins führte bereits nach Schöneberg, die zweite Tür erzählt von alten Zeiten und die dritte vom Untergrund. Die vierte Tür ist ein geheimer Übergabeort, um die fünfte "kommste nicht drumrum" und die sechste bringt das Glück. Hinter der Sieben aber steppt der Berliner Bär und die achte Tür ist unscheinbar. Hinter der neunten steckt Tradition, auf die zehnte Tür ist Verlass und Türchen Nummer 11 versprüht Großstadtromantik. Das 12. Türchen nun führt in die tropische Unterwelt und Tür Nummer 13 ist ein Relikt. Wer das 14. "Türchen" öffnet, braucht drei Schlüssel.

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