Mehr Licht, mehr Glanz? Oder was muss sich ändern an der Schloßstraße, der Einkaufsmeile des Südwestens? Foto: Thilo Rückeis
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Chancen, Probleme, Lieblingsort Das sagen Bezirkspolitiker über die Schloßstraße

5 Kommentare

Als Ergänzung zu Doppelseite Steglitz-Zehlendorf im Tagesspiegel, die sich diesmal mit der Zukunft der Schloßstraße befasst, lesen Sie hier Stellungnahmen von Bezirkspolitikern zum Thema.

Torsten Hippe (CDU)

Chancen: Die Schloßstraße lebt von ihrer schnellen Erreichbarkeit. Sie ist kein Flanierboulevard wie der Kurfürstendamm, sondern eine funktionale Einkaufsstraße. Nur als solche wird sie auch weiter erfolgreich sein, dem Verkehr sollen wieder zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen.

Probleme: Die Erreichbarkeit mit dem Auto ist aufgrund der seitens FDP, SPD und GRÜNEN vorgenommen künstlichen Verengung auf eine Fahrspur ohne Not schlechter geworden, erreicht haben diese nur Stau.

Lieblingsort: Wir haben durch Bauvorgaben dafür gesorgt, dass das Ensemble um Karstadt optisch ansprechend wurde, insbesondere die Dachterrasse lädt zum Verweilen ein.

Jan Kellermann (SPD)

Chancen: Für jede Preislage finden sich in der Schloßstraße Angebote. Die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist sehr gut.

Probleme: Es fehlen Orte mit Aufenthaltsqualität. Die Bezirkspolitik scheint im ganzen Bezirk die Politik zu verfolgen, dass sich Menschen möglichst nicht an öffentlichen Plätzen aufhalten sollen. Die Anwohnerinnen und Anwohner in den Seitenstraßen werden vom Parksuchverkehr stark belästigt. Hier fehlt ein Konzept seitens des Bezirks.

Lieblingsort: Ich sitze gerne mit einem Kaffee im Harry-Breslau-Park - wobei es noch schöner wäre, wenn die Treitschkestraße endlich einen anderen Namen tragen und nicht einen Antisemiten ehren würde.

Michael Gaedicke (Grüne)

Chancen: Alteingesessene Einzelhändler behaupten sich neben Groß-Sortimentern, Inhaber geführte Cafés neben bekannten Fressketten. Es ist diese Vielfalt und dieser Charme, der die Schloßstraße zu eine der besonderen Einkaufsstraßen in Berlin macht. Die Schloßstraße sollte sich schon heute auf die Mobilität von morgen einstellen: weniger Autos, mehr Fahrradverkehr - und in absehbarer Zeit eine Straßenbahn vom Alexanderplatz bis zum Steglitzer Kreisel. Wir schlagen vor, eine Immobilien- und Standortgemeinschaft zu gründen. Die Attraktivität der Schloßstraße lässt sich nur mit den Anwohnerinnen und Anliegern planen und umsetzen.

Probleme: Die Aufenthaltsqualität und Attraktivität der umsatzstärksten Einkaufsstraßen Berlins muss deutlich verbessert werden, Schmuddelecken müssen beseitigt, die Abstellmöglichkeiten für fahrradfahrende Kunden erhöht und die mitunter enge "Passage" von Fußgängern verbessert werden.

Lieblingsort: Das Café im Garten der Schwartz'schen Villa.

Mathias Gruner (Linke)

Chancen: Die Zusammenarbeit der Geschäftsleute der Schloßstraße untereinander funktioniert allem Anschein nach gut. Unser bevorzugtes Projekt ist die Verlängerung der Tram M4 vom Alexanderplatz bis zum Rathaus Steglitz. Die Schloßstraße sollte dann zur Fußgängerzone mit Tram umgebaut werden.

Probleme: Der Durchgangsverkehr sollte reduziert werden. Durch die engen Gehwege entstehen häufig Hektik und unschöne Szenen. Viele Konsumenten wünschen sich eine bessere Mischung. Die Schloßstraße unterscheidet sich kaum noch von anderen Einkaufsstraßen.

Lieblingsort: Emil-Molt-Akademie am Kreisel, der Sushi-Club am Hermann-Ehlers-Platz, das chinesische Restaurant am südlichen Ende der Schloßstraße, der Dönerimbiss gegenüber von SportScheck.

Kay Ehrhardt (FDP)

Chancen: Generell haben die großen Shoppingcenter einen belebenden und positiven Effekt. Die Schloßstraße hat den Kampf gegen die Shoppingcenter auf der grünen Wiese zwar gewonnen, darf sich aber nicht ausruhen. Wäre ein professionelles Einkaufsstraßenmanagement nicht doch angezeigt?

Probleme: Die größte Herausforderung ist die Steigerung der Aufenthaltsqualität. Beim Verkehr hat sich trotz Eingriffs in den Straßenquerschnitt nicht viel verbessert. Die Frage nach der Bürgersteigbreite muss erneut angesprochen werden. Ein dynamisches Parkleitsystem muss man immer wieder einfordern. Auch gibt es nach Ladenschluss zu wenig Angebote.

Lieblingsort: Das Cafe Baier.

Peer Döhnert (AfD)

Chancen: Die gewaltige Einkaufspassagen haben teilweise nicht das gewünschte Flair. Die Straße muss sich im Selbstmarketing und mit Unterstützung des Bezirks soweit möglich ihren eigenen Charakter zu definieren. Der Straße die Straßenbahn aufzuzwingen, ist völlig absurd.

Johann Trülzsch (AfD)

Probleme: Die Schloßstraße kippt, Überfälle und Raub sind an der Tagesordnung. Der Mord an einem Obdachlosen vor wenigen Monaten war der vorläufige Höhepunkt. Geschäftsführer und Inhaber sind unzufrieden. Viele Straftaten gegen Besucher und Kunden werden nicht zur Anzeige gebracht.

Diese Umfrage ist eine Ergänzung zum großen Schloßstraßen-Feature im Tagesspiegel am 1. Dezember 2017 auf der jeweils am ersten Freitag im Monat erscheinenden Doppelseite Steglitz-Zehlendorf. Das E-Paper ist hier erhältlich.

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