In den Gemeinschaftsschulen gibt es keine leistungsabhängigen Lerngruppen. Foto: DPAp

Bildungspolitik in Berlin FDP hält gesetzliche Verankerung der Gemeinschaftsschule für verfrüht

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Wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es bislang nur bis Klasse 9. Trotzdem setzt der Senat weiterhin ganz auf das Projekt Gemeinschaftsschule.

Das Ziel ist klar: Die rot-rot-grüne Koalition will die Gemeinschaftsschule als Regelangebot im Schulgesetz verankern. „Die entsprechende Gesetzesänderung wird gerade für das Schuljahr 2018/19 diskutiert“, bestätigt die bildungspolitische Sprecherin der Linkspartei, Regina Kittler. Die FDP hält dies allerdings für verfrüht, weil es noch keinen Schülerjahrgang gibt, der diese Schulform von Klasse 1 bis 13 vollständig durchlaufen hat: Die ersten Schüler sind erst in der 10. Klasse angekommen.

„Der Senat offenbart mit seinem Vorhaben, das Pilotprojekt für die Gemeinschaftsschule nach zehn Jahren in die Regelschule zu überführen, mal wieder seine Kurzsichtigkeit“, kritisiert FDP-Bildungspolitiker Paul Fresdorf. Er fordert, dass zunächst ein kompletter Schülerjahrgang den Schultyp durchlaufen haben muss, anstatt die Pilotphase „ohne valide Daten zu beenden“.

Erkenntnisse mit Nachholbedarf

Die Linkspartei bestreitet, dass valide Daten fehlen, und verweist auf die Begleitung durch Wissenschaftler der Universität Hamburg, die 2016 einen – ausgesprochen lobenden – Abschlussbericht vorgelegt hatten. Es stimme zwar, dass die Untersuchung nur bis Klasse 9 erfolgte; das aber sei weder der Linkspartei noch den Gemeinschaftsschulen anzulasten, sondern dem SPD/CDU-Vorgängersenat, der die Evaluation nicht fortsetzen wollte, bedauert Kittler. Das aber werde jetzt nachgeholt: Die wissenschaftliche Begleitung soll erneut aufgenommen und auf Klasse 1 bis 13 erweitert werden.

Die Besonderheit der Gemeinschaftsschule besteht darin, dass die Schüler – anders als in den übrigen Sekundarschulen – nicht nach Leistung in verschiedene Lerngruppen aufgeteilt werden dürfen: Alle Schüler bleiben im Klassenverband zusammen und sollen dort individuell gefördert werden.

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