Wo lernen sie denn? Am 19. Mai werden die Bescheide verschickt. Foto: Doris Spiekermann-Klaasp

Bildung in BerlinNicht jeder kommt in die gewünschte Oberschule

von Susanne Vieth-Entus2 Kommentare

Hartes Los: 1780 Siebtklässler bekamen dieses Jahr auf keiner ihrer Wunschschulen einen Platz. Geschwisterkinder müssen nicht bangen.

Drei Wünsche hat jeder Grundschüler frei, der zu einer Sekundarschule (ISS) oder einem Gymnasium wechseln will. Knapp 22.000 Schülern (92,4 Prozent) haben auch tatsächlich an einer ihrer drei Wunschschulen einen Platz bekommen, den übrigen 1780 künftigen Siebtklässlern konnte nur ein Ersatzplatz angeboten werden. Dies teilte die Bildungsbehörde am Freitag mit. Mit dem Erstwunsch klappte es bei 10 800 künftigen ISS-Schülern und 8900 Gymnasiasten. Rund 2220 Schüler wurde nur deshalb an der Wunschschule berücksichtigt, weil dort bereits ihre älteren Geschwister sind. Am 19. Mai versenden die Bezirke die Aufnahmebescheide für die Erst-, Zweit- und Drittwunschschulen.

Fast 1500 neue Förderkinder an den Sekundarschulen

An den ISS konnten fast 11.000 Schüler entsprechend ihrem Erstwunsch einen Platz bekommen. Darunter waren auch 1495 Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf, sechs Härtefälle und 880 Geschwisterkinder. An den Gymnasien schafften es fast 9000 Schüler, ihrem Erstwunsch gemäß aufgenommen zu werden. Darunter waren nur knapp 100 Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf, sieben Härtefälle und 1360 Geschwisterkinder. Insgesamt profitierte also etwa jeder zehnte Schüler von der Geschwisterregelung, die es seit einigen Jahren gibt.

Die Liste der Top Ten ist schon bekannt

Um die 1780 Schüler zu versorgen, die weder bei der Aufnahme noch beim Losverfahren Glück hatten, fanden wieder Ausgleichskonferenz statt, um die noch vorhandenen Plätze entsprechend zu verteilen. Erfahrungsgemäß haben vor allem unbeliebte Brennpunktschulen noch Plätze frei, um die Familien eher einen Bogen machen. Falls es ihnen gelingt, selbst einen anderen Schulplatz oder eine freie Schule zu finden, müssen sie nicht das Angebot aus den Ausgleichskonferenzen annehmen. Die Zahl der Kinder ohne Wunschschule war 2016 ähnlich groß. Ganz anders etwa 2014: Damals gab es knapp 3000 Schüler weniger

, sodass bei den Gymnasien sogar fast alle an ihrer Wunschschule landeten.

Wie berichtet war in diesem Jahr abermals die Spandauer Martin-Buber-Sekundarschule sehr stark nachgefragt, wie bereits im Februar feststand. Es folgen bei den Sekundarschulen die Max-Beckmann-Schule (Reinickendorf), Sophie-Scholl-Schule (Schöneberg), Carl-Zeiss-Schule (Lichtenrade), Gutenberg-Schule (Lichtenberg), Alexander-Puschkin-Schule (Lichtenberg), Bettina-von-Arnim-Schule (Reinickendorf), Herbert-Hoover-Schule (Wedding), Heinrich-von-Stephan-Schule (Moabit) und Kurt-Schwitters-Schule (Prenzlauer Berg).

Große Fluktuation bei den Gymnasien

Bei den Gymnasien ändert sich die Nachfrage von Jahr zu Jahr viel stärker. Hier wird nach Einschätzung von Fachleute stärker "taktisch" gewählt, was bedeutet: Familien geben nicht so häufig ihren "Herzenswunsch" an, sondern eine Schule, die im Vorjahr noch freie Plätze hatte. So erhoffen sie sich bessere Chancen.

Die Liste der diesjährigen Top Ten lautet: Primo-Levi-Gymnasium (Weißensee), Lessing-Schule (Mitte), Albert-Schweitzer-Gymnasium (Neukölln), Leibniz-Schule (Kreuzberg), Käthe-Kollwitz-Gymnasium (Prenzlauer Berg), Carl-v.-Ossietzky-Gymnasium (Pankow), Friedrich-Ebert-Gymnasium (Wilmersdorf), J.-Gottfried-Herder-Gymnasium (Lichtenberg), Immanuel-Kant-Gymnasium (Lichtenberg), Max-Delbrück-Gymnasium (Pankow).