Die Brücke am Breitenbachplatz. Foto: Kitty Kleist-Heinrichp

Gastbeitrag: Das macht die Initiative Breitenbachplatz Den Platz wieder zum Platz machen

Ulrich Rosenbaum
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Der Breitenbachplatz soll wieder lebenswerter werden, dafür setzt sich eine Bürgerinitiative ein. Unser Gastautor ist einer der Initiatoren und hat für den Tagesspiegel Steglitz-Zehlendorf aufgeschrieben, was sich rund um den Platz tut und tun könnte.

Steter Tropfen höhlt den Stein. Für die Initiative Breitenbachplatz hat sich diese Lebensweisheit als die richtige Strategie erwiesen. Als sie 2012 mit der Forderung startete, die hässliche Brücke der einstigen A 104, die den Platz teilt, abzureißen, schüttelten auch viele genervte Anwohner ungläubig den Kopf. Und heute: CDU, Grüne und FDP nennen in ihren Kommunalwahlprogrammen den Rückbau der Brücke als zumindest längerfristiges Ziel. Die FDP möchte sogar „baldmöglichst“ damit beginnen, die Grünen wollen in der kommenden Wahlperiode die Grundlagen für den Abriss legen. Für die SPD hat sich Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler dafür ausgesprochen, an einen Abriss zu denken, wenn die nächste Grundsanierung fällig wird.

Ich selbst wohne einen Steinwurf vom Breitenbachplatz und hatte mir schon 1999 die Internetdomain „www.breitenbachplatz.de“ reservieren lassen. 2012 sah ich die Chance, etwas daraus zu machen: Der „Tagesspiegel“ startete die Kampagne „Platz da!“ für mehr Aufenthaltsqualität auf den Plätzen der Stadt und ich fand ein paar Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Man traf sich, um Vorschläge zu sammeln. Auf einen Abriss wollte man nicht warten und sammelte erst einmal Ideen, den Platz wieder attraktiver zu gestalten. Ein Regional-Wochenmarkt, Boule-Bahnen und sogar „Urban Gardening“, also ein Gemeinschaftsgarten nach dem Vorbild des Prinzessinnengartens in Kreuzberg wurden vorgeschlagen. Die hässlichen Betonpfeiler sollten begrünt werden – nach dem Beispiel der vertikalen Gärten in Mexiko Stadt. Ideen, die sich in den Programmen von FDP und Grünen wiederfinden.

Für einen Abriss gibt es überzeugende Vorbilder

Entschleunigung ist eine weitere Forderung: Tempo 30 rund auf dem Platz und in der gesamten Schildhornstraße. Hier halten sich alle Parteien noch bedeckt, solange der Bund die Rechtslage für Tempo-30-Straßen nicht verbessert hat.

Die Initiative will nach den Wahlen am 18. September abwarten, wie sich Senat und die beiden Bezirke aufstellen, und dann die Parteien zum Gespräch darüber einladen, wie sie ihre Versprechen einzulösen gedenken. Für einen Abriss gibt es mittlerweile überzeugende Vorbilder: In Düsseldorf wurde der „Tausendfüßler“ voriges Jahr abgerissen, und Bad Freienwalde will die Hochstraße der B 158 zurückbauen, um den Titel „Heilbad“ nicht zu verlieren.

Der Autor ist Journalist und wohnt in der Nähe des Breitenbachplatzes.

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