Am Bahnhof Albrechtshof ist jede freie Stelle zugeparkt. Foto: Duringp

Parkplatzmangel am Bahnhof AlbrechtshofKeine Hilfe von den Nachbarn

von Rainer W. During38 Kommentare

Berlin und Spandau haben die Park & Ride-Misere selbst verschuldet, sagte Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD) dem Tagesspiegel.

Die Regionalbahnhöfe Albrechtshof und Seegefeld liegen nur 700 Meter voneinander entfernt, und doch trennen sie Welten. Der Bahnhof Albrechtshof liegt in Spandau und damit in der günstigen Tarifzone A/B. Aber es gibt kaum Parkplätze, der unbefestigte Randstreifen des Seeburger Weges ist stets bis auf den letzten Zentimeter zugeparkt. Der Bahnhof Seegefeld dagegen liegt in Falkensee und hat bald jede Menge Parkplätze. Doch er liegt in der teureren und deshalb bei Pendlern ungeliebten Tarifzone C. Doch während die Stadt Falkensee Millionenbeträge in die Hand nimmt, um das Parkangebot an ihren Bahnhöfen zu erweitern, heißt es in Berlin, auf Spandauer Seite gebe es am direkt an der Landesgrenze gelegenen Bahnhof Albrechtshof keine geeigneten Flächen. Das ist falsch, sagt Falkensees Bürgermeister Heiko Müller.

Am Bahnhof Seegefeld gibt es jede Menge Platz, die Stadt Falkensee hat Freiflächen für weitere Stellplätze aufgekauft. Foto: Duringp

„Anders als bei der Stadt Falkensee hat Berlin nach unseren Informationen nicht nur verfügbare Flächen am Bahnhof Albrechtshof nicht angekauft, sondern auch direkt am Bahnsteig liegende Flächen für den Wohnungsbau gewidmet und zum Verkauf freigegeben“, so Müller. „Uns wurde in diesem Zusammenhang mitgeteilt, dass es nicht Ziel ist, größere Parkmöglichkeiten zu schaffen oder nur die damals noch möglichen Abstellareale zu sichern. Diese Haltung haben wir ausdrücklich bedauert.“ Mehrfache Gespräche mit dem Bezirk, mit der Senatsverwaltung auf Staatssekretärsebene und mit dem Verkehrsverbund Berlin Brandenburg hätten das bestätigt. „Auch der VBB sieht die Schaffung von Park & Ride-Anlagen an den Berliner Bahnbezugspunkten nicht als prioritäre Maßnahmen.“

Neuer Bahnhof in der Mitte?

Müllers Parteigenosse und Bürgermeisterkollege in Spandau, Helmut Kleebank, hat indessen eine neue Idee. Er kann sich den Bau eines neuen Haltepunktes zwischen den beiden bisherigen Stationen vorstellen, der die Bahnhöfe Albrechtshof und Seegefeld ersetzt und dann - auf Falkenseer Gebiet gelegen - über genügend Stellplätze verfügt. Für diese Station sollte nach seinen Vorstellungen dann der A/B-Tarif gelten.

„Die Stadt Falkensee beabsichtigt nicht, dem Land Berlin die Aufgabe zur Anbindung des Individualverkehrs an den Bahnverkehr abzunehmen, sondern konzentriert sich auf die Schaffung neuer Stellplatzangebote an den drei Falkenseer Zugangspunkten zur Bahn“, betont indessen Heiko Müller. An den Haltepunkten Seegefeld und Finkenkrug sowie am Bahnhof Falkensee hat die Stadt bereits mehrere Millionen Euro in Abstellanlagen für Fahrräder und Autos investiert, so der Bürgermeister. Dennoch besteht an allen drei Standorten weiterer Handlungsbedarf. So wurden direkt am Haltepunkt Seegefeld und am Bahnhof Falkensee bereits große Flächen erworben, die jeweils die Einrichtung von jeweils mehreren 100 Stellplätzen ermöglichen. Für das Umfeld des Bahnhofs Falkensee soll noch in diesem Jahr ein Parkraumkonzept erstellt werden. Am Haltepunkt Finkenkrug wird im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens nach optimalen Flächen gesucht. „Wir rechnen wiederum mit Investitionen im mittleren, einstelligen Millionenbereich“, so Müller.

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