Majestästisch. Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise auf der Zitadelle Spandau. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
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Neue Ausstellung mit entsorgten Denkmälern Könige, Köpfe und gefallene Helden in Spandau

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Bisher war Spandau touristisch eher Randlage. Das soll mit der neuen Dauerausstellung über entsorgte Denkmäler endgültig vorbei sein

Gleich am Eingang des restaurierten Proviantmagazins der Spandauer Zitadelle hat König Friedrich Wilhelm III. alles im Blick. Am anderen Ende der erst kürzlich aus dem Müggelwald geborgene, gefallene Kopf des 1991 demontierten Lenin-Denkmals. Dazwischen unter anderem rund 70 Denkmale der im Kaiserreich entstandenen Siegesallee und ein in zwei Teile zerbrochener, völkischer Gedenkstein aus Zehlendorf, der den Germanenkult der Nationalsozialisten illustrieren sollte. Er war ebenso wie das Lenin-Denkmal vergraben worden. Die Ausstellung ist ab Freitag zu sehen (Service siehe unten).

100 Denkmäler in fünf Zeitstufen

Vom Aufstieg Preußens vor 1871 bis zum Mauerfall erstreckt sich die in fünf Zeitstufen gestaffelte Monumentalausstellung von rund 100 Berliner Denkmalen, die im Laufe der Zeit versetzt, umgestaltet, beschädigt, abgebaut und in Depots verbannt oder sogar vergraben wurden. Sie sollen die Geschichte der Stadt erzählen. Ergänzt wird die Dauerausstellung durch zwei Sonderausstellungen, einer Vertiefungsebene und einer zeitgenössischen Darstellung durch neun Künstlerinnen und Künstler aus Berlin und dem europäischen Ausland.

Geld von der Lotto-Stiftung und der EU

14 Millionen Euro aus Lottogeldern und Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung haben die Sanierung des Proviantmagazins und der Alten Kaserne sowie der Einrichtung der Ausstellungen gekostet. Das Projekt unter Trägerschaft es Spandauer Bezirksamtes wird von Kunstamts-Chefin Andrea Theissen geleitet. Für Umbau und Gestaltung zeichnete das Berliner Architektenbüro Staab verantwortlich.

Bezirkspolitik des Lobes voll

Mit der neuen Ausstellung wird die Zitadelle zur „Geschichtsinsel“, so der für Bildung und Kultur zuständige Stadtrat Gerhard Hanke (CDU). Nach der Umgestaltung der Italienischen Höfe zur Event-Location und dem längst international bekannten, alljährlichen Citadel Music Festival sei die historische Festung nun endgültig ein Highlight für Berlin-Touristen und soll diese auch in die nahe, malerische Altstadt locken.

Besucherservice: "Am 1. Mai 2016 ist die Zitadelle nicht nur kostenlos zu besichtigen, es finden auch Führungen durch die neue Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ statt", heißt es auf der neuen Internetseite www-zitadelle-berlin.de. Einlass ist Mo bis So von 10 bis 17 Uhr (letzter Einlass 16.30 Uhr); Eintritt (inklusive Museen, Juliusturm, Ausstellungen): normal 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

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