Heissa, da freut sich der Lebensretter und stürzt sich mit passendem Arbeitsgerät gleich mal ins Wasser: Die DLRG ist über 100 Jahre alt, 1913 wurde sie gegründet - in Leipzig. Foto: dpap

Lebensretter aus Berlin-Spandau "Wir sind die DLRG, wir sind die Guten"

André Görke
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Thorsten Ross ist einer von 120 Rettungsschwimmern in Spandau - und ehrenamtlich dabei. Hier erzählt er, was ihn antreibt und was ihn ärgert am Strand.

In unseren Tagesspiegel-Leute-Newslettern stellen wir jede Woche Menschen vor, die etwas bewegen im Bezirk. Diesmal aus Spandau - Thorsten Ross, 48, Rettungsschwimmer.

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Letzte Woche hatten wir über das kaputte Häuschen der DLRG in Gatow berichtet („Gekappte Leitungen, Schimmelbefall, Regenrinnen im Eimer, Ameisen überall … das Haus ist seit 2016 gesperrt“). Und siehe da: Jetzt gab es prompt ein Treffen mit allen Baubeteiligten an der Badewiese.

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Fünf ausgewiesene Badestellen gibt es in Spandau

Und auch der frisch gewählte Berliner DLRG-Präsident Kai Wegner (CDU, Bundestagsabgeordneter aus Spandau) schrieb uns, dass er mit dem zuständigen Landesunternehmen „bereits seit längerer Zeit im Gespräch“ sei und jetzt noch mal nachhake, warum am Ufer nicht passiert. Seine Idee: Für den Sommer 2017 provisorisch einen Container aufstellen.

Die passende Nachricht zu unserem Nachbarn von der DLRG: Am Montag hat die offizielle Badesaison in Berlins Gewässern begonnen. 39 ausgewiesene Badestellen gibt es in Berlin, fünf in Spandau – und auch die Kleine Badewiese in Gatow (jahrelang schmutzige Havelbucht) erhält das Prädikat: „Wasserqualität: sehr gut.“ Freut nicht nur die Wirtin mit ihrem Biergarten am Ufer. Bis Herbst wird das Wasser alle 14 Tage untersucht – die Ergebnisse finden Sie stets hier.

900 DLRG-Mitglieder in Spandau, 120 davon Rettungsschwimmer

Thorsten Ross, Lebensretter und Bezirksleiter der DLRG Spandau. Foto: privatp

900 Mitglieder hat die DLRG in Spandau, 120 davon sind Rettungsschwimmer. „Wir suchen aber Verstärkung", sagt Thorsten Ross, der Bezirksleiter der DLRG Spandau. Na, dann soll er mal erzählen …

Schon mal Leben gerettet, Herr Ross? „Ja, natürlich, ich bin seit knapp 30 Jahren bei der DLRG. Leider gab es auch Einsätze, die nicht erfolgreich waren. Bei mir hat es als junger Typ begonnen, seitdem bin ich stets drei Wochen lang in den Ferien als Rettungsschwimmer an der Ostsee im Einsatz, nahe Fehmarn. 9 bis 18 Uhr, Sonnenbrand am ersten Tag inklusive, aber vor allem: nette Leute um mich herum. Wir sind Sanitäter, Schwimmer und manchmal auch einfach Zuhörer am Strand. Und wir sind alle ehrenamtlich dabei.“

Wie sieht es an Spandaus Badestellen aus? „In Spandau bin ich seit 20 Jahren im Einsatz. Wir betreuen vier Strände – den am Glienicker See, die Bürgerablage, den Strand von Hakenfelde, also nahe der Fähre. Und wir sind an der Großen Badewiese in Gatow an der Havel, auch wenn da seit 2016 unser Häuschen kaputt ist. Von Strand zu Strand variieren die Mentalitäten des Publikums, auch die Geräuschkulisse.“

Was wünschen Sie sich? „Neben einem intakten DLRG-Häuschen an der Badewiese? Wir stellen leider vermehrt Fälle von Vandalismus fest. Die Achtung aber ist geblieben: Wir sind die Guten.“

Und Ihr Lieblingsstrand? „Glienicker See, Badestelle Pferdekoppel, aber nur bis zum frühen Nachmittag – danach verschwindet die Liegewiese im Schatten wegen der hohen Bäume.“

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