Die Unterkunft an der Freudstraße ist fast fertiggestellt. Foto: Duringp

Drei Flächen sind bereits in der Planung Spandau lehnt weitere MUF-Standorte ab

Rainer W. During
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Der Senat hat von den Bezirken den Nachweis von weiteren Flächen für den Bau von Mobilen Flüchtlingsunterkünften (MUFs) gefordert.

Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) fordert eine gerechtere Verteilung der Flüchtlingsquartiere auf alle Bezirke. In Relation zur Bevölkerung habe Spandau kontinuierlich den größten Anteil an Plätzen in Unterkünften mit einer entsprechenden Zahl schulpflichtiger Kinder. Eine ungleiche Verteilung zu Lasten einzelner Bezirke würde zur einseitigen Überforderung der Infrastruktur führen und die Akzeptanz in der Bevölkerung mindern.

Kleebank: "Wir haben alle verfügbaren Flächen schon geprüft"

Aus diesem Grunde lehnt Kleebank auch den vom Senat geforderten Nachweis weiterer Standorte für Mobile Flüchtlingsunterkünfte ab. „Wir haben alle verfügbaren Flächen schon geprüft, die meisten kamen nicht in Frage“, so der Bürgermeister. Spandau hatte bereits sechs potentielle Standorte benannt, von denen fünf durch die Senatsbehörden akzeptiert worden waren. Auf der Senatsliste werden jetzt allerdings für Spandau nur pauschal drei Standorte mit zusammen 620 Plätzen genannt. Um welche es sich handelt, ist nur dem Vernehmen bekannt. Demzufolge handelt es sich um den noch in diesem Sommer bezugsfertigen Neubau an der Freudstra0e und ein Grundstück an der Rauchstraße in Hakenfelde. Der dritte Standort ist vermutlich ein weiterer Teil der schon jetzt genutzten, ehemaligen Kaserne an der Schmidt-Knobelsdorf-Straße. Er könnte allerdings überholt sein, da hier, wie berichtet, eine neue Direktion mit Spezialkräften der Bundespolizei einziehen soll.

Zurückhaltung bei der ehemaligen Nervenklinik

Einvernehmen bestand laut Kleebank zudem über die Fläche des ehemaligen Munitionsdepot der Briten neben dem Kaufland-Warenhaus an der Wilhelmstraße und das Areal der früheren Landesnervenklinik an der Griesinger Straße. Kleebank hat wenig Verständnis dafür, dass man auf Landesebene hier noch immer nicht die notwendigen Erschließungsmaßnahmen eingeleitet hat. Abgelehnt hatte der Senat ein für den Wohnungsbau vorgesehenes, ehemaliges Industriegelände an der Haselhorster Daumstraße.

Derzeit 5039 Plätze in neun Einrichtungen

Mit 5039 Plätzen in neun Einrichtungen liegt Spandau derzeit auf dem dritten Platz der Berliner Bezirke. Spitzenreiter ist Lichtenberg mit 5973 Plätzen vor Tempelhof-Schöneberg, das durch die Nutzung des ehemaligen Flughafens Tempelhof auf 5489 Plätze kommt. Tatsächlich belegt sind in Spandau zur Zeit 3737 Plätze. Sie verteilen sich auf die Aufnahme-Einrichtungen Askanierring und Waldschluchtpfad, die Gemeinschaftsunterkünfte Am Oberhafen, Pichelswerder- und Staakener Straße sowie die Notunterkünfte Mertensstraße, Paulsternstraße und Schmidt-Knobelsdorf-Straße. Die wegen der unterschiedlichen genutzten Gebäude als zwei Standorte geführte, ehemalige Kaserne ist mit 1576 Plätzen, von denen 1167 belegt sind, das größte Flüchtlingsquartier in Spandau.

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