Das zur Anlaufstelle und Notunterkunft für Flüchtlinge umfunktionierte ICC wird im kommenden Jahr wieder geräumt.p

Flüchtlinge in BerlinDas ICC steht bald wieder leer

von Cay Dobberke29 Kommentare

Die Anlaufstelle für Flüchtlinge im früheren Internationalen Congress Centrum schließt im Februar, auch die Notunterkunft soll es nicht mehr lange geben. Wann die Gebäudesanierung beginnt, bleibt trotzdem fraglich.


Das Internationale Congress Centrum (ICC) am Charlottenburger Messegelände wird bald nicht mehr für die Versorgung und Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Das bestätigte Monika Hebbinghaus, Vize-Sprecherin der Senatssozialverwaltung, auf Nachfrage.

Die im Mai eröffnete „Leistungsstelle“ für Asylbewerber soll im kommenden Februar an die Charlottenburger Darwinstraße umziehen, wo das neue Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten seinen Hauptsitz bezieht – einige Monate später als ursprünglich geplant. Bisher kommen täglich etwa 1400 Flüchtlinge ins ICC, um Sozialleistungen zu erhalten.

Für die Bewohner sind kleinere neue Unterkünfte geplant

Für die Räumung der Notunterkunft im früheren Kongresszentrum gibt es dagegen noch keinen Zeitplan. Das Heim mit hunderten Bewohnern besteht seit Ende 2015. Es solle ebenfalls im kommenden Jahr schließen, sagte die Sprecherin, der Termin stehe aber nicht fest. Die Bewohner sollen in kleinere Heime beziehungsweise Wohncontaineranlagen oder „Modulare Unterkünfte“ umziehen. Dies entspricht dem Senatsziel, Flüchtlinge nicht mehr in Großunterkünften unterzubringen. Das ICC gilt vor allem wegen des Mangels an Fenstern als schwieriges Wohnquartier. Nach der Räumung soll es vorerst ein „Reservestandort“ für den Fall bleiben, dass die gesunkenen Flüchtlingszahlen doch wieder steigen.

Zur längerfristigen Zukunft des ICC teilte die Stadtentwicklungsverwaltung mit, es gelte „nach wie vor der Senatsbeschluss aus dem Jahr 2015“. Dieser schreibe die Schadstoffsanierung, eine Teilnutzung für Kongresse, die Vermarktung der übrigen Räume und den Bau eines Hotels fest. Der Kongressbetrieb war im Frühjahr 2014 beendet worden.