Spaß im Becken, hier im Kreuzberger Prinzenbad. Aber manchmal verderben Störer die Freude. Foto: dpa
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Berliner Bäderbetriebe Hausverbot für 75 Personen in Berlins Schwimmbädern

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Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Verstöße gegen die Badeordnung: Der Senat hat eine Statistik zur Sicherheit der Berliner Badegäste vorgelegt

Zwei Mal musste die Polizei im vergangenen Sommer anrücken, um randalierende Jugendliche in Berlins Sommerbädern zu stoppen. Die Einsätze im Sommerbad Neukölln und Kombibad Gropiusstadt machten Schlagzeilen – doch betrachtet man die Gewaltstatistik der Bäder in Relation zu den durchschnittlich rund vier Millionen jährlichen Badegästen, so sieht die Situation weniger dramatisch aus. 2016 gab es keinen derartigen Zwischenfall, 2015 zwei Einsätze. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten Hanno Bachmann hervor.

Allerdings gibt es immer wieder Ärger mit einzelnen Gästen, die massiv gegen die Hausordnung verstoßen. Gegen diese Personen wurden 2017 bislang 96 Hausverbote von einem Tag bis zu einem Jahr Dauer verhängt. Zur Zeit haben 75 Personen Hausverbot. Zwischen 2010 und 2016 pendelte die Gesamtzahl der Verbote jeweils zwischen 160 und 120. Ob die Betroffenen überwiegend deutscher Herkunft oder Menschen mit Migrationshintergrund sind, wird nicht erhoben.

Die Bäderbetriebe erstatteten 2017 bisher 120 Strafanzeigen

Werden die Bäderbetriebe selbst geschädigt, erstatten sie Strafanzeigen. 2017 waren es bislang 120 Anzeigen, ein Drittel bezogen sich auf Graffiti, 20 Prozent auf Hausfriedensbruch, 11 Prozent auf Sachbeschädigung. Anzeigen wegen Belästigungen müssen die Opfer selbst stellen, dazu liegen dem Senat keine Zahlen vor. Um Gewalt vorzubeugen, unterstützen die Bäderbetriebe das Projekt „Bleib cool am Pool“. Sozialarbeiter, Polizei und Jugendorganisationen sind darin gemeinsam aktiv.

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