Personifikation der Gerechtigkeit: Justitia Foto: picture alliance / dpap

Berlin-Prenzlauer Berg Leiche aus der Tiefkühltruhe - Mordanklage steht

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Offenbar tötete der 56-jährigere Angeklagte den alten Mann, um dessen Rente zu kassieren. Kontoauszüge führten die Ermittler auf seine Spur.

Im spektakulären Fall aus der Hosemannstraße in Prenzlauer Berg ist Anklage erhoben worden. Der 56 Jahre alte Beschuldigte muss sich demnächst wegen Mordes, schweren Raubes, Urkundenfälschung und wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Eine Sprecherin des Landgerichts bestätigte dies am Montag auf Anfrage.

Der Fall erregte im Januar bundesweit Aufsehen: Anwohner in der Hosemannstraße hatten sich über muffigen, modrigen Geruch beschwert, der aus der Wohnung eines Rentners strömte. Monatelang passierte nichts, schließlich öffneten die Behörden die Wohnung doch. In einer Tiefkühltruhe fand die Polizei dann Heinz N. – der Rentner war 80 Jahre alt, als er 2006 zuletzt gesehen wurde.

Kontoauszüge führten zum Täter

Den nun Angeklagten entdeckten die Ermittler, nachdem sie die Kontoauszüge des Opfers durchsahen. Vom Konto des Toten war nur wenige Tage vor dem Fund letztmalig Geld abgehoben worden. Die Beamten sichteten Videoaufnahmen aus der Bank und observierten die Wohnung des toten Rentners. Nur einen Tag nach dem Fund der Leiche wurde der Verdächtige, der auch in der Bank gesehen worden war, in der Nähe der Wohnung festgenommen. Der damals 55-Jährige trug Gegenstände des Toten bei sich.

Der Beschuldigte ist des schweren Raubes angeklagt, weil er Geldkarte und Sparbuch an sich genommen haben soll – offenbar mit dem Ziel, an die Rentenzahlungen des Opfers zu gelangen. Betrug käme wohl deshalb nicht in Betracht – laienhaft formuliert –, weil das Geld schlicht überwiesen wurde, der Täter also ohne aktive Täuschung an die Beute gelangte.

Der Mann steht zudem in einem anderen Fall unter Verdacht, denn er lebte offenbar nicht nur von dieser Rente. Bei ihm fanden die Ermittler nämlich Einkünfte, die von einer Vermissten stammen könnten: Die 92-jährige Irma K. hat ebenfalls seit vielen Jahren niemand mehr gesehen. Dieser Fall wird derzeit aber nicht angeklagt.

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