Gestohlen. Foto: dpa
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Berlin-Neukölln Stolpersteine tauchen nicht auf

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Von den in Neukölln gestohlenen Stolpersteinen fehlt nach wie vor jede Spur. Auch die Suche von zwei Polizeitauchern in einem Gewässer im Ortsteil Britz blieb am Mittwoch erfolglos.

Die Polizei hat am Mittwoch unter Wasser nach den Stolpersteinen gesucht, die Anfang November in Neukölln gestohlen worden waren. Zwei Taucher durchsuchten am Vormittag den Fennpfuhl, ein Gewässer im Neuköllner Ortsteil Britz. Der Fennpfuhl grenzt direkt an die Hufeisensiedlung, wo sieben der 16 gestohlenen Stolpersteine entwendet wurden. „Wir wollten ausschließen, dass die Täter die Steine in den Teich geworfen haben, um sie schnell loszuwerden“, sagte eine Sprecherin. Konkrete Hinweise hätten aber nicht vorgelegen.

Die Taucher suchten den Boden an zwei Stellen des etwa 8000 Quadratmeter großen Gewässers nach den Betonquadern ab. Die Suche gestaltete sich wegen des schmutzigen Wassers allerdings extrem schwierig. „Die Taucher haben fast nichts gesehen und konnten sich nur am Grund entlangtasten“, sagte die Sprecherin. Kollegen am Ufer sicherten die Taucher mit einer Leine. Nach zwei Stunden wurde der Einsatz für beendet erklärt. Stolpersteine? Fehlanzeige. Die Polizei hofft nun auf die Anwohner, von denen viele den Tauchgang mitbekommen hätten. „Vielleicht erinnert sich der eine oder andere ja jetzt doch noch an etwas“, sagte die Sprecherin. Jeder Hinweis helfe.

Am 6. November waren in Neukölln 16 Gedenksteine für Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus aus dem Boden gerissen worden. Die in Britz ansässige Anwohnerinitiative „Hufeisern gegen Rechts“ vermutet einen Zusammenhang mit dem Gedenken an die Novemberpogrome von 1938. Von den Tätern fehlt nach wie vor jede Spur.

Inzwischen steht jedoch fest, dass die entwendeten Stolpersteine schon bald ersetzt werden. Vom 4. bis 6. Dezember sollen alle 16 Steine neu verlegt werden, wie das Bezirksamt Neukölln mitteilte. Der Berliner Bildhauer Michael Friedrichs-Friedländer hat sie für den Künstler Gunter Demnig innerhalb von nur einem Monat neu gefertigt. Möglich wurde das durch das hohe Spendenaufkommen von über 10 000 Euro. Um zu verhindern, dass Vandalen die Steine wieder herausreißen, werden sie diesmal in ein Betonfundament eingelassen.

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