Kreuzberg Zentrum. Früher Vorzeigeobjekt sozialen Wohnungsbaus. Foto: picture-alliance/ dpa/dpawebp

Berlin 2030 - Unsere Serie blickt in die Zukunft (2) Chronik zu Wohnungsnot und Wohnungsbau

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Die größte Herausforderung für den Berliner Senat ist die Bekämpfung der Wohnungsnot. Und wie hat er das früher gehandhabt? Eine Chronik zur Wohnungssituation Berlins der letzten 24 Jahre.

23. Oktober 1989

Die Wohnungsnot in Berlin steuert ihrem Höhepunkt entgegen. Mehr als 30 000 Umsiedler aus dem Osten suchen nach einer Bleibe. In Billigpensionen, Turnhallen und importierten Containercamps

sind 20 000 untergebracht. Im Senat werden Pläne geschmiedet für die Überbauung von Verkehrsflächen, die Verdichtung bestehender Satellitenstädte und sogar für die Nutzung von Grünflächen, etwa Schrebergärten für Wohnzwecke.

18. August 1994

Der Wohnungsbau in Berlin steuert auf einen Höhepunkt zu. Die landeseigenen Förderbank IBB wird der Flut neuer Anträge nicht mehr Herr. Anträge zur Förderung von 30 000 neue Wohnungen stehen öffentliche Mittel für die Errichtung von 16 000 neuen Wohnungen gegenüber. Zwischen den Jahren 1991 und 1995 hat der Senat die Errichtung von 70 000 neuen Wohnungen durch Förderprogramme auf den Weg gebracht. Größere Neubaugebiete entstehen am Stadtrand: in Karow, in der Wasserstadt Oberhavel und der Rummelsburger Bucht, in Biesdorf-Süd und Adlershof.

1 4. Februar 2003

Der Senat beschließt den „Ausstieg aus der Anschlussförderung“. Damit fließen keine Subventionen mehr für 28 000 Sozialwohnungen in Berlin. Der Senat spart dadurch Förderzahlungen in Millionenhöhe. Aber das Land verliert damit das Recht, auf diese Sozialwohnungen zuzugreifen und sie zu günstigen Mieten an Haushalte mit geringen Einkünften zu vergeben. Für die Sozialwohnungen im Zentrum folgt auf den Ausstieg aus der Förderung in vielen Fällen eine schlagartige Entmietung. Denn die Hauseigentümer dürfen die Miete sofort massiv erhöhen. Dagegen stehen Sozialwohnungen in schlechteren Lagen oft leer: Ohne Förderungen sind die Mieten zu teuer für Wohngeldempfänger, und Einwohner mit gutem Verdienst finden zum selben Preis Wohnungen in besseren Lagen.

1. April 2006

Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer erklärt auf dem SPD-Parteitag: „Wir haben etwas geschafft, was noch vor wenigen Jahren nicht möglich erschien, nämlich, die Wohnungsnot in Berlin zu überwinden.“

23. November 2011

SPD und CDU unterschreiben den Koalitionsvertrag – und leiten einen neuen wohnungspolitischen Kurs ein. Der Senat räumt ein, dass „Berlin zusätzlichen Wohnungsbau braucht“, um die „allgemeine Mieterhöhungen“ zu begrenzen. Die abgewählte Bausenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hatte kurz zuvor noch erklärt, dass 100 000 Wohnungen leer stünden und kein Mangel bestehe.

Die Hauptstadtregion, ihre Chancen, ihre Herausforderungen - Unsere Serie "Berlin 2030" blickt in die Zukunft.

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