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Politik

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Verantwortung übernehmen und die Welt zukunftsfähig gestalten (Dr. Frank Appel, CEO Deutsche Post DHL Group)

Wenn sich die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in dieser Woche in Hamburg treffen, dann tun sie dies in einem sehr ambivalenten Umfeld, in dem objektiv durch Politik und Wirtschaft erzielte Verbesserungen und  das subjektive Empfinden vieler Menschen immer weiter auseinander driften. In einer Zeit großer Volatilität und hoher
Veränderungsgeschwindigkeit wird es daher mehr denn je darauf ankommen, die Menschen mitzunehmen und so eine tragfähige Basis für die zukunftsfähige Gestaltung einer ökonomisch und kulturell vernetzten Welt zu schaffen.

Die Gestaltung der Zukunft muss dabei beim Menschen ansetzen. Für mich sind hierbei drei grundlegende Fragen wichtig: Erstens: Was macht uns als Menschen aus? Zweitens: Wie entsteht Wohlstand? Drittens: Wie gelingt Teilhabe?

Was macht uns als Menschen aus?

Alle Menschen haben die gleichen Grundbedürfnisse. Wir alle wollen einen Beitrag leisten und die Hoffnung haben, dass das Morgen besser sein wird als das Heute. Es ist Aufgabe von Politik und Wirtschaft, optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, damit dies für den einzelnen gelingen kann.

Die beiden Zukunftsthemen Globalisierung und Digitalisierung spielen hierbei eine entscheidende Rolle.

Wie entsteht Wohlstand?

Die Fakten zeigen, dass die Globalisierung wesentlich dazu beigetragen hat, den Wohlstand der Menschheit zu steigern. Die Lebenserwartung ist weltweit deutlich gestiegen, die Armut hat sich signifikant verringert, die Zahl der Analphabeten ist niedriger denn je. Kurzum: Die Globalisierung und der möglichst ungehinderte Austausch von Waren und Dienstleistungen haben die Welt eindeutig besser gemacht – und können das auch in Zukunft leisten.

Auch die Digitalisierung bietet enorme Chancen. Sie macht wie einst die industrielle Revolution ungeahnte Produktivitätsfortschritte möglich und schafft neuen Freiraum für neue Berufsfelder, Geschäftsmodelle und Entwicklungschancen in Wirtschaft und Industrie. Schwere oder monotone Arbeiten können von Maschinen übernommen werden, während der Mensch kreative oder steuernde Funktionen übernimmt.

Natürlich funktioniert das nur, wenn wir viel mehr als sonst in die Förderung von Bildung und in lebenslangem Lernen investieren.

Wie gelingt Teilhabe?

Der Wunsch des Menschen nach einem eigenen Beitrag zu einem besseren Morgen und nach Wohlstand und Teilhabe kann nur in Erfüllung gehen, wenn es gelingt, den einzelnen bei der Transformation unserer Welt mitzunehmen. Bildung und lebenslanges Lernen machen Menschen fit für die Zukunft und tragen so zu Lebensperspektive und Zufriedenheit bei. Bildung und Qualifizierung führen zu mehr Stabilität und Wohlstand – für den Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes.

Wenn es beim G20-Gipfel in Hamburg um die Gestaltung einer vernetzten Welt geht, dann geht es ganz wesentlich um die Sicherung von Erreichtem, die Öffnung für neue Zukunftschancen und die Übernahme von Verantwortung für essentielle Fragen unseres Planeten, die uns alle angehen. Es geht um mehr Öffnung für globalen Austausch, die Nutzung neuer digitaler Chancen und den Kampf um ein lebenswertes Leben für alle Teile dieser Welt.

Die Messlatte ist hoch – und Europa muss einen spürbaren Beitrag leisten.

Die Welt steht an einem Wendepunkt und braucht nicht nur eine handlungsfähige G20-Gemeinschaft sondern vor allem auch ein starkes Europa. Die Europäische Union ist eine einzigartige Werte- und Stabilitätsgemeinschaft und in meinen Augen ein Vorbild für eine vernetzte Welt. Europa ist die weltweit am stärksten vernetzte Region. Europa verfügt über beachtliche Technologiekompetenz und einen hohen Bildungsstandard. Europa muss sich neu erfinden und seine Kraft in ein größeres globales Zukunftsprojekt überführen, das auf digitaler Innovation, Nachhaltigkeit und einer gemeinsamen Agenda 2030 aufbaut. Ich bin mir sicher, dass wir das schaffen können.

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